Zwangsblogging für die Firma

Die aktuelle enable-Beilage der Financial Times Deutschland (für die ich ja auch manchmal schreibe) bringt heute unter der Ankündigung "Zwangsblogging" eine interessante Geschichte über das mittelständische IT-Unternehmen Pentos aus München.
Das hat seine Mitarbeiter per Zielvereinbarung dazu verdonnert, einmal pro Woche etwas ins firmeninterne Blog zu schreiben. Zwecks Wissens- und Informationsaustausch. Das Weblog dient dabei als Ersatz für Telefonkonferenzen und Meetings, die nur schwierig zu organisieren sind. Denn die Mitarbeiter arbeiten weltweit verstreut und sind oft bei Kunden in Projekten im Einsatz.
Auf freiwilliger Basis war zunächst allerdings nur ein Teil der Beschäftigten dazu bereit, die Zeit fürs Bloggen aufzubringen. Erst als der Wissensaustausch in die jährlichen Zielvereinbarungen mit den Mitarbeitern aufgenommen wurde und "gute Blogger" mit Prämien belohnt werden, läuft es bei Pentos. Von den 27 Angestellten bloggen mittlerweile zwei dutzend regelmäßig jede Woche, der Rest postet mindestens eins bis zwei Beiträge pro Monat.
Eingeplant für das Schreiben und Lesen hat das Unternehmen etwa eine Stunde Arbeitszeit pro Woche. Kommentare sind auch möglich und über die Statistikfunktion kann jeder sehen, ob und wie oft seine Beiträge gelesen werden. Die Bilanz des internen Firmen-Blogs ist positiv: Die Mitarbeiter tauschen darüber Erfahrungen aus, helfen sich gegenseitig bei Problemen, lernen sich besser kennen und organisieren sich zum Teil selbst für neue Projekte. Für das Management ist mit dieser offenen Unternehmenskultur zwar ein Machtverlust verbunden, doch offensichtlich kann es damit leben.