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Wird SBS doch nicht verkauft?

abgelegt im Archiv Branchen News am 24.08.06

Wird SBS doch nicht verkauft?
Laut Informationen des "manager magazins" setzt der Siemens-Konzern bei seinem verlustreichen IT-Dienstleister Siemens Business Services (SBS) nun doch auf die Sanierung aus eigener Kraft. Ein Verkauf ist demnach aktuell kein Thema mehr.

Erst gestern hatte der Informationsdienst ComputerWire des britischen Beratungsunternehmens Datamonitor berichtet, dass die Verkaufsverhandlungen mit dem französischen IT-Dienstleister Atos-Origin kurz vor dem Abschluß ins Stocken geraten seien. Laut einer "firmennahen Quelle" habe es erhebliche Unstimmigkeiten darüber gegeben, wie viele SBS-Mitarbeiter Atos Orign mit dem Kauf übernehmen soll.

SBS hat bereits insgesamt 5400 Stellenstreichungen angekündigt. Das schien dem Käufer nun aber nicht auszureichen. Fest stand - so "ComputerWire" - aber in jedem Fall, dass atos origin mit der SBS-Mutter Siemens einen IT-Outsourcing-Deal abschließen wollte, um deren Informationstechnik zu betreiben. Damit hätte der Konzern allerdings noch tiefer als geplant in die Tasche greifen müssen, um das ungeliebte SBS-Geschäft loszuwerden.

Siemens-Chef Klaus Kleinfeld hatte bereits im April dieses Jahres den SBS-Geschäftsbereich "Product Related Services" an Fujitsu Siemens Computers verkauft. Damit wurde SBS laut "ComputerWire" noch "abhängiger von den anderen Siemens-Bereichen, auf deren Geschäft im Ende Juni abgelaufenen dritten Quartal fast ein Drittel des Gesamtumsatzes entfiel". Ein Jahr zuvor seien es erst 26,4 Prozent gewesen. "Vor diesem Hintergrund fällt jede Outsourcing-Vereinbarung von Siemens noch stärker ins Gewicht", kommentiert der Branchendienst.

Das könnte auch der Grund sein, warum jetzt vielleicht doch von einem Verkauf Abstand genommen wird. Kleinfeld hat angekündigt, dass im kommenden Jahr erstmals alle Geschäftsbereiche des Konzerns gleichzeitig die ehrgeizigen Renditevorgaben der Führung erfüllen sollen. Da SBS nach Einschätzung von Experten kaum eine Chance hat, bis dahin die geforderten fünf Prozent Umsatzrendite vor Steuern und Zinsen zu schaffen, galt ein Verkauf als wahrscheinliche Lösung.

Nach Informationen des "manager magazins" wird nun für SBS aber möglicherweise eine Ausnahme gemacht. Bei der Überprüfung der Margen im April 2007 solle nicht der absolut erreichte Wert zählen, sondern die Verbesserung der Leistung. "SBS-Bereichsvorstand Christoph Kollatz hat dem Zentralvorstand eine überzeugende Strategie für den verlustreichen IT-Dienstleister vorgelegt", schreibt das Wirtschaftsmagazin.



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