Wer macht doofer – Der Spiegel oder das Internet?

Ist das nun Doofheit oder Berechnung? Da warnt "Der Spiegel" in seiner neuesten Titelgeschichte "Macht das Internet Doof?" davor, dass "Copy&Paste an den Universitäten immer häufiger die eigenständige Erarbeitung von Themen ersetzt". Und selbst kopiert man das kürzlich erschienene Titelbild des US-Magazins "The Atlantic" (Montage oben: Turi2). Natürlich regt sich "das Internet" gehörig auf und schon hat man wieder eine schöne Sau, die durch die Blogosphäre getrieben wird.
Die Geschichte selbst ist typisch "Spiegel": Ein paar Thesen in den Raum gestellt und dann dazu zusammengewürfelte Zitate als Beleg angeführt. Die wirklich relevanten Fragen zum Thema findet man dagegen im Internet. So schreibt "Der Männerblog" etwa: "Kein Wort dazu, was denn nun das eigentliche – nämlich: strukturelle – Problem ist. Plagiate können nur jenen (Bildungs-)Systemen gefährlich werden, die auf Repetition von Bekanntem ausgerichtet sind. Wenn das System hingegen auf das Verarbeiten von Information angelegt ist, also Verstehensprozesse in den Mittelpunkt rückt, sieht die Sache sofort anders aus."
Oder im "Magazin" aus der Schweiz, dessen lesenswerter Beitrag zu einem interessanten Selbstexperiment in dem Satz gipfelt: "Das digitale Zeitalter, dachte ich in diesem Moment, macht nur dumm, wenn man sich nicht dagegen wehrt". Gleiches gilt wohl auch für das große Nachrichtenmagazin aus Hamburg.
An vernünftigen Universitäten wird schon erkannt, ob man selbst etwas erarbeitet hat oder nur irgendetwas kopiert hat. Es gibt sogar ein Programm, das erkennt welche Quellen man benutzt hat und damit kann man ja einfaches kopieren überführen!