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Freistil
von wolfgang am 14.11.07

Wie gut, dass es hier im CIO-Weblog die Freistil-Rubrik gibt. Denn da kann ich mal so einfach was schreiben, was keinen IT-Bezug hat. Denn zu der Borniertheit und Unkenntnis, die Michael Konken - der Bundesvorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbandes - kürzlich in einer Rede an den Tag gelegt hat, kommt nun wohl auch noch Halsstarrigkeit.
An seiner öffentlichen Aussage, dass "das Internet eine Plattform für Schmierfinken ganz besonderer Art" ist und Blogs "eher der Tummelplatz für Menschen sind, die zu feige sind, ihre Meinung frei und unter ihrem Namen zu veröffentlichen" gebe es "nichts zu relativieren" tat der DJV heute gegenüber dem Branchendienst iBusiness kund.
Wie realitätsfremd muss man eigentlich mit so einer Position sein? Thomas Knüwer, Handelsblatt-Reporter, Blogger und DJV-Mitglied, hat in seiner offenen E-Mail an den Journalisten-Verband bereits darauf hingewiesen, dass "nur der geringere Teil der Blogger anonym ist. Derzeit sind unter den 30 meist verlinkten Blogs in Deutschland gerade zwei (!) zu finden, in denen die Autorennamen nicht klar genannt werden."
Nun hat Michael Konken gerade im Blog Indiskretion Ehrensache immerhin - wohl nach reiflicher Überlegung - darauf geantwortet. In seinem Kommentar relativiert er seine Holzhammer-Rede wenigstens ein klitzekleines Stück: "Natürlich sind unseriöse und anonyme Blogger kein Massenphänomen. Aber jeder einzelne ist einer zuviel. Und jeder einzelne unseriöse Blogger oder Onlineautor sollte uns darüber nachdenken lassen, wie wir dieses Problems herr werden können."
Bitte sehr, wenn es Spaß macht. Ich habe das bisher noch nicht so als ein wirkliches Problem gesehen. Eher die von Thomas Knüwer sehr deutlich angesprochene Vermischung von Journalismus und PR in den etablierten Medien, die immer mehr um sich greift. Da hätte der DJV noch jede Menge zu tun, aber dazu äußerst sich Herr Konken (zumindest in seinem Kommentar) mit keiner Silbe. Schade.
Die Grafik stammt vom Kalligraphen hugo. j. schärer aus Thun.
Trackback: http://publish.creative-weblogging.com/publish/mt-tb.pl/101996
Wong
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Kommentar von:
Ketzer
(14.11.07 20:51 Uhr)
Kommentar von:
Jay Äm
(27.11.07 10:02 Uhr)
Soso, Blog sind also eine unzuverlässige, weil anonyme Datenquelle. Wie gut, das man alles glauben kann, was in den Zeitungen steht. Wer hätte je gehört, das in Zeitungen Nonsens zu lesen wäre? BILD und Express, um mal zwei Beispiele zu nennen, sind natürlich hervorragende Quellen :-)
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20.11.06 Laut einer aktuellen Befragung sind die Einträge von Bewerbern in
Karrierenetzwerken oder Blogs für die Karriere nicht immer förderlich."
Das Problem sind m.E. nicht die Blogger, die ihren Namen nicht preisgeben, sondern die Feiglinge, die im Alltag die Klappe halten und sich auch im Internet nichts trauen.
Wer einigermaßen mit sozialer Kompetenz gesegnet ist, weiß, dass die freie Rede immer gelobt wird (bevor jemand konkret wird), aber hinterher die Sanktionen kommen, wenn anderen die Aussagen nicht gefallen. Der hält sich in der Öffentlichkeit besser etwas zurück und kann dann im Internet seine Meinung frei kund tun. Ich z.B. werde häufig für meine direkte und freie Rede in freier Wildbahn kritisiert. Aber im Internet lege ich noch eins drauf.
Freier Informationsaustausch geht vor Repressalien. Der Name tut doch nichts zur Sache.
Allerdings werden von Journalisten auch viele kritische Fakten aus Angst vor Repressalien zurückgehalten. Die sollten nicht so angeben, sondern lieber andere Wege finden, den Informationsaustausch zu fördern.