Webaroo: Neuauflage von Macromedia Central?

Webaroo: Neuauflage von Macromedia Central?

Vor zwei bis drei Jahren hatte die US-Softwareschmiede Macromedia (jetzt Adobe) eine gute Idee: "Die freie Interaktion mit Informationen aus dem Web, ohne auf eine permanente direkte Internetverbindung angewiesen zu sein". Macromedia Central nannte sich die kostenlose flashbasierte Software, die "Webanwendungen jenseits des Browsers" ermöglichen sollte. Das Konzept: Die Applikationen werden auf den lokalen Computer übertragen und dort ausgeführt und gespeichert. Auch ihre Daten können sie offline speichern und – sofern gewünscht – online abgleichen, sobald der Rechner wieder online verfügbar ist.

Von Macromedia Central hat man schon lange nichts mehr gehört, obwohl der Client auf der Adobe-Website immer noch heruntergeladen werden kann und es auch die eine oder andere Anwendung dafür gibt. Und nun wird heute die Beta-Version von Webaroo angekündigt. Die Web 2.0-Software ermöglicht es, wesentliche Teile des Web offline zu durchsuchen und auf die gefundenen Seiten zuzugreifen.

"Marking a significant step forward in improving the mobile web experience, Webaroo today launched a new software service that enables consumers to instantly search web pages and view web sites anytime, anywhere, without an Internet connection, on their handhelds and laptop computers", heißt es in der Pressemitteilung.

Das Konzept erinnert an Macromedia Central: Nur dass sich Webaroo auf die Suche im Web beschränkt und dazu so genannte "Web-Packs" auf der lokalen Festplatte speichert. Dabei handelt es sich um themenbezogene Auszüge des Web, die mit Hilfe eines speziellen Algorithmus ausgewählt werden und mehrere tausend Websites umfassen können. Sobald eine Verbindung zum Internet besteht, werden auch hier die Inhalte auf der Festplatte aktualisiert.

Der taiwanesische Notebookhersteller Acer will diese Software auf seinen Geräten künftig vorinstallieren. Ob allerdings Webaroo ein besseres Schicksal als Macromedia Central beschieden sein wird, darf bezweifelt werden. Angesichts einer immer größeren Verfügbarkeit von Breitband-Internetzugängen per WLAN (auch unterwegs im Flieger, im Zug oder in ganzen Stadtteilen) hält sich der Bedarf an solchen Offline-Lösungen vermutlich stark in Grenzen.


Posted on Montag, April 10th, 2006 at 10:31 and is filed under Web 2.0. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

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