Web 3.0: Das Internet wird endlich mir gehören

Web 3.0: Das Internet wird endlich mir gehören

Als ich am Wochenende einen interessanten Artikel von Matthias Hohensee, dem Silicon Valley-Reporter der Wirtschaftswoche, zum Thema Web 3.0 gelesen habe, wollte ich dazu gleich was schreiben. Aber es kamen ein paar Dinge dazwischen und jetzt sehe ich, dass PR-Blogger Klaus Eck das Thema heute auch aufgegriffen hat.

In der Wirtschaftswoche-Kolumne ist folgende schöne Definition zu finden: "Beim Web 1.0 ging es darum, Leute für das Internet zu gewinnen. In der zweiten Stufe wurden sie zum Mitmachen aufgefordert. Und jetzt ist absehbar, dass beim Web 3.0 der einzelne Nutzer in den Mittelpunkt rückt: Er wird dann sein eigenes, persönliches Internet um seine Interessen herum formen können und einen auf ihn zugeschnittenen Internet-Browser bekommen, der alle Dienste organisiert – und kontrolliert. Es ist die Rückkehr der Vorzimmerdame in virtueller Gestalt: Theoretisch ist der Chef wie in den Frühzeiten des Internets zwar noch immer für alle per E-Mail erreichbar. Aber nicht jeder wird mehr vorgelassen."

Interessante Überlegungen. Sie erinnern mich allerdings etwas an die LifeWorks-Visionen von Siemens Enterprise Communications. Schon 2004 hieß es dazu: "Die Software OpenScape Office soll dank integriertem Präsenzmanagement die Erreichbarkeit wesentlich erhöhen. Die Präsenzfunktion informiert zum Beispiel einen Anrufer darüber, ob der gewünschte Gesprächspartner in einem Meeting, im Home Office, auf Dienstreise oder im Urlaub ist. Für verschiedene Abwesenheitstypen lassen sich Regeln einrichten, nach denen beispielsweise Telefonate aufs Handy, den Anschluss eines Kollegen oder die Mailbox weitergeleitet werden. Selbst die individuelle Weiterleitung bestimmter Rufnummern ist möglich. Das Präsenz-Management lässt sich in Microsoft Outlook integrieren und kann anhand von Schlüsselwörtern gesteuert werden".

Dieser Ansatz kam damals natürlich von der Telekommunikation her. Da aber unter dem Stichwort "Unified Communications" derzeit sowieso sämtliche Kommunikationskanäle zusammenwachsen, ist das relativ egal. Nur schade, dass sich die schöne Vision vom umfassenden Präsenzmanagement bisher noch nicht durchgesetzt hat. Aber jetzt kann ich ja auf das Web 3.0 hoffen. Dann bestimme ich ganz alleine, für wen ich wann erreichbar bin.


Posted on Mittwoch, Juli 23rd, 2008 at 15:19 and is filed under Web 2.0. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

One Response to “Web 3.0: Das Internet wird endlich mir gehören”

  1. Interessanter Beitrag! Besonders gelungen finde ich die Beschreibung von Web 1.0 – 2.0 – 3.0!

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