Web 2.0-Kongress Offenbach: Blogs "infiltrieren"
Marc Drüner (Professor für Marketing. und Innovationsmanagement an der Steinbeis-Hochschule Berlin) und Berater beschäftigt sich laut Ankündigung mit Web 2.0-Aktivitäten im Finanzdienstleistungssektor. Ein spannendes Thema. Aber leider kann er die versprochenen Details von der MLP AG nicht verraten ("weil da im Moment intern so viel los ist"). Die Projektbeispiele kommen daher von anderen Firmen und die Präsentation ist eher ein Schnellüberblick zu diversen Web 2.0-Anwendungen aus aller Welt. Spannend, aber der Kopf raucht am Ende.
Hier ein paar Stichpunkte: Das "Thema Gaming wird vernachlässigt", so Prof. Drüner. Denn Online-Communities folgen der Logik der Spieleindustrie. Erfolgsfaktoren sind: Sammeln von Informationen, Punktebewertung, Feedback, austausch, Anpassbarkeit. Die Hochschule untersucht derzeit kontinerlich ca. 300 Communities und Portale und befragt deren Nutzer nach ihren Wünschen. Kommunikations- und Austauschfunktionen liegen mit 15 % vorne. Ebenso wichtig sind Mehrwert-Dienste (z.B. persönliche Treffen der Community-Mitglieder).
VW probiert seit 2 Jahren intern Web 2.0-Funktionen aus. Zum Beispiel mit dem Moonraker-Projekt in den USA. Ein "Innovationsteam" wertet dort Blogs zum Thema VW GX 3 (ein dreirädriges Fahrzeug) aus und versucht sie zu "infiltrieren" (auf Details will der Berater lieber im persönlichen Gespräch eingehen: "Hier wird ja live gebloggt"). Weitere Aktivitäten: YouTube-Videos zur Messevorbereitung, Zusammenarbeit mit Google bei Geo-Informationen. Ein Beispiel dafür: www.dash.net: Ein Navigationssystem mit "Wisdom of the Crowds"-Ansatz. Stichwort "Social Driving". Oder noch ein Beispiel (auch nicht von VW): www.spotscout.com (eine Online-Parkplatztausch-Community)
Der Immobilienfinanzier EuroHypo (Drüner: "Ein echter Web 2.0-Frontrunner") startet am 23.10. den Perfect-Cities-Blog. Darin sollen Diskussionen über die "Stadt der Zukunft" geführt werden.
Noch ein schönes Beispiel aus den USA: www.zillow.com. Über diese Web 2.0-Applikation werden – auf die einzelne Straße bezogen – die aktuellen Immobilienpreise angezeigt (als MashUp aus Kleinanzeigen und Google Maps). Offensichtlich ein Riesenerfolg. Interessant für die Krisen-PR: www.competitio.us eine Web 2.0-Anwendung zur Wettbewerbsbeobachtung.
Mit Siemens Enterprise Communications wurde ein Tool zum Tracking der Web 2.0-Welt entwickelt, das jetzt marktreif ist. Dazu wurden verschiedene Technologien zusammengefasst, um den Prozess weitgehend zu automatisieren.