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Web 2.0 Spotlight Macromedia
abgelegt im Archiv Software News von wolfgang am 11.10.05
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Kevin Lynch, Chefentwickler des US-Softwarekonzerns Macromedia, hat auf der Web 2.0 Conference in San Francisco die neue Produktlinie Flex 2 vorgestellt. Die neue Eclipse-basierte Entwicklungsumgebung richtet sich an professionelle Anwendungsentwickler in Unternehmen und soll die Erstellung so genannter Rich-Internet-Applikationen erleichtern. Ziel ist es dabei "die Interaktivität von Desktop-Software mit der plattformübergreifenden Reichweite des Web zu kombinieren". Dies ist auch ein wesentliches Element des "Web 2.0", wie es diese Woche in San Francisco diskutiert wird. "Personal Publishing", "Vlogs" und "Social Software" sind nur einige der neuen Phänomene, die unter dem Titel "Web 2.0" zusammengefasst werden.

Der Begriff steht für einen "neuen Entwicklungsschritt des Internet, bei dem die Nutzer das Netz für sich erobern". Alle Anwendungen, die unter dem Schlag- und Hype-Wort zusammengefasst werden, stellen die User und ihre Bedürfnisse in den Mittelpunkt. Nach dem Muster von Open-Source-Software können Angebote wie die Online-Enzyklopädie Wikipedia im Internet von jedem weiterentwickelt und mit einander verknüpft werden. Während man bisher allenfalls eigene Websites betreiben oder an Chats teilnehmen konnte, erlauben es die neuen Kommunikationsformen, das Internet in bisher nicht gekannter Weise zum Publizieren und Kommentieren zu nutzen ("Write/Read-Web").

Auf technologischer Ebene spielt dabei Ajax (Asynchronous Java-Script and XML) eine wichtige Rolle. Mit dieser Programmiersprache sind bereits zahlreiche Web 2.0-Anwendungen entwickelt worden - etwa Google-Maps und Flickr. Auf der Web 2.0 Conference fand auch ein Workshop statt, der sich mit der Zusammenarbeit von Ajax und Macromedia Flash beschäftigt. Denn dieses Programm, mit weltweit über 600 Millionen Installationen die Internet-Software mit der größten Verbreitung, dient unter anderem zur Darstellung der Rich-Internet-Applikationen (RIAs) auf dem Desktop oder mobilen Endgeräten.

In San Francisco hat Kevin Lynch heute auch den Flash Player 8.5 angekündigt. Er ergänzt die erst seit wenigen Wochen erhältliche Version 8.0 um professionelle Programmierstandards und enthält eine neue Virtual Machine, die eine nochmalige Leistungssteigerung ermöglicht. Außerdem ein komplettes Runtime-Error-Reporting, verbessertes Debugging und die Unterstützung von actionscript 3. Diese Macromedia-Programmiersprache entspricht den aktuellen ECMAScript-Spezifikationen und erhöht die Produktivität der Entwickler deutlich, indem die Fehlersuche und -beseitigung spürbar beschleunigt wird.

Die neue Flex 2-Produktlinie umfasst das Flex Framework 2, das ein Kern-Programmiermodell und die Komponentenbibliothek für Flex beinhaltet. Der Flex Builder 2 (bisheriger Codename "Zorn") kann Rich-Media-Content direkt vom kürzlich vorgestellten Autoren-Tool Macromedia Flash Professional 8 übernehmen. Die Flex Enterprise Services 2 bringt Datenservices, Unterstützung für automatisierte Tests und verspricht eine Architektur mit Adaptern für die Bereitstellung datenintensiver Rich-Internet-Applikationen und eine tiefere Integration mit Service-orientierten Infrastrukturen (SOA) in Unternehmen. Flex Charting Components 2 liefert schließlich erweiterbare Komponenten für die Daten-Visualisierung.

Macromedia stellte gleichzeitig ein neues Lizenzmodell vor, dass die Leistungsfähigkeit der Flex-Entwicklung in die Reichweite jedes professionellen Anwendungsprogrammierers bringen soll, und bietet skalierbare Mehrwertdienste für anspruchsvolle IT-Projekte in den Unternehmen an. Die Lizenz für den Flex Builder 2 wird weniger als 1000 Dollar kosten und die Möglichkeit beinhalten, ohne Zusatzkosten oder Server-Lizenzen Flex-Anwendungen in Verbindung mit XML und SOAP-Webservices zu entwickeln, kompilieren und zu verbreiten. Die Lizenzen für die Flex Enterprise Services 2 werden auf Basis von CPUs und Projekten oder als Unternehmenslizenz angeboten.

Alpha-Versionen des Flex Builders 2 und des Flash Players 8.5 sollen erstmals im Rahmen der Macromedia-Entwicklerkonferenz MAX 2005 am 17. Oktober zum Download bereitgestellt werden. Die Alpha-Version der Flex Enterprise Services 2 folgt etwas später. Alle neuen Produkte - so die Ankündigung von Macromedia - sollen in der ersten Hälfte des Jahres 2006 marktreif sein.

Weitere Informationen gibt es unter http://www.macromedia.com/go/flex2intro.

Dieser Artikel stammt aus der Feder von Creative Reporter - Wolfgang Müller. Er ist freier Fachjournalist in Wuppertal. Er schreibt u.a. für Publikationen wie Handelsblatt, VDI-Nachrichten, profits oder Financial Times Deutschland und ist Autor mehrerer Bücher. Sein Schwerpunkt liegt in den Bereichen Telekommunikation und IT.


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