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Web 2.0: Das Internet kannibalisiert sich selbst

abgelegt im Archiv Web 2.0 am 27.01.07

Web 2.0: Das Internet kannibalisiert sich selbst
"Die technologische und inhaltliche Weiterentwicklung des Internets hin zum Web 2.0 verändert das Leben und Einkaufsverhalten breiter Bevölkerungsschichten dramatisch und unaufhaltsam". Das meint zumindest die Strategie- und Technologieberatung booz allen Hamilton in ihrer "ersten umfassenden internationalen Untersuchung des Nutzerverhaltens von Web 2.0".

Ihr Ergebnis: Mittlerweile nutzen circa 12,4 Millionen Deutsche aller Altersgruppen und unabhängig von Geschlecht oder Ausbildung interaktive und partizipative Anwendungen wie Communities, Blogs und virtuelle Kontaktbörsen. 50 % von ihnen verlassen sich bereits heute bei Kaufentscheidungen auf Empfehlungen in Web 2.0-Foren. "Damit sind diese neuen Angebote bei weiten Teilen der Bevölkerung bereits integraler Bestandteil des Alltags und bieten neue Chancen wie Herausforderungen für Unternehmen aller Branchen", heißt es in der Studie.

Die Berater prognostizieren, dass die weiter steigende Akzeptanz und Nutzung von Web 2.0-Diensten ein wichtiger Treiber der kontinuierlichen Verschiebung von Offline- zu Onlineaktivitäten und eines weiterhin starken Wachstums der Internetökonomie ist. Beliefen sich die Gesamtumsätze ("eCommerce", Kostenpflichtige Dienste, Werbung) im Jahr 2005 noch auf 15,9 Mrd. Euro, so geht Booz Allen Hamilton bereits für 2008 von einem Gesamtvolumen von 39,5 Mrd. Euro für Internetservices in Deutschland aus.

Das größte Potenzial - mit jährlichen Wachstumsraten von 60% - liegt dabei in kostenpflichtigen Diensten wie Musikdownloads, Premium-Mitgliedschaften in Community-Angeboten oder Online-Games. Bereits 2008 werden die deutschen Internetnutzer insgesamt 1,7 Mrd. Euro für kostenpflichtige Onlinedienste ausgeben. Das Gesamtvolumen für Onlinewerbung steigt im selben Zeitraum von 1,3 Mrd. Euro auf 2,8 Mrd. Euro, der E-Commerce-Markt wächst mit jährlich 35 % auf 35 Mrd. Euro.

Im Rahmen der Studie sind in Deutschland, Großbritannien und den USA mehrere Tausend Internetnutzer zu ihrer Einstellung gegenüber Web 2.0-Angeboten wie MySpace oder OpenBC/Xing und ihrem konkreten Nutzerverhalten befragt worden. Die daraus resultierenden Ergebnisse dämpfen allerdings etwas die aktuell vorherrschende Web 2.0-Euphorie. "Trotz der sehr hohen Kundenakzeptanz von Web 2.0-Diensten sollte nicht vergessen werden, dass die neuen Angebote bisher nur bescheidene zusätzliche Wertschöpfung schaffen. Das Geld wird weiterhin mit Werbung verdient", warnt Stefan Eikelmann, Geschäftsführer bei Booz Allen Hamilton. "Das Web 2.0 führt im Wesentlichen zu einer Umsatzverschiebung innerhalb eines wachsenden Internet-Marktes und teilweise auch Kannibalisierung traditioneller Internet-Dienste und Umsätze."



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Tags: Web2.0  Kannibalisierung  Businessmodelle 

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