Was reden wir

Wenn man sich umhört, fallen immer mal wieder einige Begriffe und Redewendungen auf, die neu, ungewöhnlich aber auf jeden Fall ganz offensichtlich sehr "angesagt" sind.
Manchmal, so hat es den Anschein, dass nachgeplappert wird, nur um einen Text mit einer modernen Wendung zu schmücken – oft, leider allzu oft, leidet dabei dann der Inhalt einer Aussage.
Ganz besonders angesagt sind momentan Redewendungen, die der englischen Sprache entlehnt sind – einfach mal übersetzt und schon redet man "In".
Beipiele? Gut, das macht Sinn ein Beispiel zu bringen. Da war es. Kann etwas denn "Sinn machen", also einen Sinn erschaffen? Es müsste doch eher "sinnvoll sein" heißen.
Auch die vermutete Richtung aus der die so beliebte Formulierung kommt, hat es in sich. Die (Rück)Übersetzung zu "It makes Sense" ist "nicht wirklich§ (2. Beispiel "not really") sinnvoll. Im Englischen gibt es eher den Fall, dass etwas sinnlos ist: "it doesn´t make any sense".
Es geht nicht um eine Belehrung – so fest sitze ich nun auch wieder nicht im Sattel – ich finde es nur interessant, wie modisch Sprache geworden ist. Bei einer solchen Verwendung transportiert der Sprecher dann auch etwas anderes als dein Wortsinn – er gehört dazu. Wichtig nur zu wissen wozu man gehört.
Heiko Stahl lässt sich im Artikel "Macht Sinnmachen Sinn?" trefflich darüber aus.
Bastian Sick (Der Dativ ist dem genitiv sein Tod) betreut die Kolumne Zwiebelfisch bei Spiegel online mit lesenswerten Beispielen. Witzig die Zwiebelfischchenw mit amüsanten Fundstellen.
Eike Elser 18-01-20073