Von wegen Green IT: Internet ist ein wachsender Stromfresser

Von wegen Green IT: Internet ist ein wachsender Stromfresser

Es registriert zwar bisher kaum jemand, aber "das Internet ist ein enorm wachsender Stromverbraucher, ein regelrechter Stromfresser". Das wurde gestern auf einem Workshop festgestellt, zu dem das Bundesumweltministerium zusammen mit dem Umweltbundesamt und dem Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT) in Berlin eingeladen hatte.

Denn die Netzinfrastrukturen gehören zu den am schnellsten wachsenden Stromverbrauchern: Zwischen 2000 und 2005 hat sich in den USA der Energieverbrauch von Servern verdoppelt und weltweit erreicht inzwischen der durch die Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) bedingte CO2-Ausstoß das Emissionsniveau des Flugverkehrs.

Noch weitere Zahlen gefällig? Eine virtuelle Identität in Second Life verbraucht jährlich so viel Strom wie durchschnittlich ein Brasilianer im Jahr. In Deutschland liegt der auf die IKT entfallende Strombedarf bei 8 % am gesamten Stromverbrauch der Endenergiesektoren. Allein der Stromverbrauch des Internets beläuft sich hier zu Lande auf über zwei Prozent. Noch mehr Beispiele zählt Niels boeing in seinem Beitrag für die Technology Review auf.

Die fortschreitende Durchdringung des Internets im Alltag, besonders der Trend, ständig online zu sein, lassen infolge des wachsenden Bestands "smarter" Geräte und Produkte und der Ausweitung hybrider Netzstrukturen (UMTS, W-LAN, Bluetooth usw.) einen weiteren steigenden Stromverbrauch in allen Betriebszuständen erwarten.

"Angesichts dieser dynamischen Entwicklung ergeben sich mit Blick auf Klimaschutz und Ressourceneffizienz neue Herausforderungen für Unternehmen, Politik und Konsumenten. Wir werden gemeinsam mit der Branche überlegen, wie wir diesen Trend stoppen und eine effizientere und klimafreundlichere Nutzung des Internets erreichen können," verkündet deshalb Bundesumweltminister Sigmar Gabriel. Ein erster Schritt auf der Suche nach Lösungsansätzen sollte der gestrige Workshop sein. Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft befassten sich dort mit Fragen der Effizienzsteigerung der Netzinfrastrukturen (z.B. energieeffiziente Rechenzentren und UMTS-Basisstationen), Klimaschutz sowie Ressourceneffizienz bei der Nutzung von Internet und Telekommunikation.

Auch der Ausgleich von CO2-Emissionen spielte eine Rolle. So wurde darüber diskutiert, CO2-Emissionen, die bei der Herstellung von Computern oder im Geschäftsbetrieb eines Unternehmens anfallen, auszugleichen. Etwa mit klimaneutralen Produkten und neuen strategischen Allianzen für klimaneutrale Geschäftsmodelle.

Ob das wirklich hilft, ist schwer zu sagen. Den Stein der Weisen hat noch niemand gefunden. Aber jeder Schritt in die richtige Richtung zählt. Und die Augen verschließen wir schon viel zu lange. So, auch dieser Beitrag hat wieder jede Menge Energie gekostet.


Posted on Freitag, Oktober 26th, 2007 at 16:38 and is filed under Green IT. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

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