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Software News
von wolfgang am 25.07.07

Ganser erläuterte das Prinzip: "Auf einem physischen Laufwerk werden mehrere virtuelle Server angelegt. Diese ermöglichen es, ein und dieselbe Hardware für mehrere Zwecke gleichzeitig zu nutzen. Bislang galt in den meisten Fällen das Prinzip: ein Server, eine Aufgabe - was hochgradig ineffizient ist. Durch Bündelung und Virtualisierung lässt sich die Server-Effizienz von 15 auf 70 Prozent steigern, die Auslastung von Speichermedien von 30 auf 70 Prozent."
Kein Wunder, dass angesichts der weltweiten Diskussion um den Klimaschutz und Energieeinsparung die Umsätze bei den Anbietern von Virtualisierungssoftware explodieren. Der Marktführer VMware vermeldete heute einen Umsatzzuwachs von 89 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das Tochterunternehmen des Speichersystemherstellers EMC soll demnächst sogar an die Börse gehen.
Die Nr. 2 am Markt - SWSoft - kann unterdessen noch höhere Wachstumsraten vorweisen: Im ersten Quartal 2007 hat das Unternehmen seine Einnahmen im Vergleich zum ersten Quartal 2006 um mehr als 140 Prozent gesteigert. Die Einnahmen aus dem Virtualisierungsgeschäft sind im ersten Quartal im Jahresvergleich sogar um mehr als 600 Prozent gewachsen.
In einer aktuellen Studie prognostizieren die Marktforscher von IDC beim Einsatz von virtualisierten Servern in der europäischen Unternehmenslandschaft ebenfalls ein "signifikantes Wachstum". Sind heute insgesamt rd. 7 % der in den Firmen eingesetzten Server virtuell, soll dieser Anteil im nächsten Jahr bereits bei 49 % liegen. IDC sieht die Vorteile der virtuellen Systeme vor allem in der schnelleren Verfügbarkeit und in niedrigeren Kosten. Alleine durch die mögliche Energieeinsparung sollen sich die Kosten für die Virtualisierung bereits nach 32 Monaten amortisiert haben - selbst, wenn die Strompreise während dieser Zeit nicht steigen. Sonst geht es noch schneller. Besonders hohe Zuwachsraten werden im Mittelstand erwartet: Treibende Kraft ist hier die Desktop-Virtualisierung.
Kein Wunder, dass in diesem Markt mit harten Bandagen gekämpft wird: VMware, derzeit mit einem Anteil von 84 Prozent unumstrittener Marktführer, scheint dabei jedes Mittel recht. Gestern hat die EMC-Tochter ein Tool vorgestellt, mit dem nicht nur für einzelne Server die Performance gemessen werden kann, sondern auch für virtualisierte Datenzentren über verschiedene heterogene Plattformen hinweg. Das gab es bisher noch nicht, doch trotzdem hält sich die Begeisterung in der Branche dafür in Grenzen. Denn das Gratiswerkzeug "VMmark" für die Analyse in virtualisierten Windows- und Linux-Umgebungen soll die Produkte der Wettbewerber womöglich schlechter bewerten als die eigenen.
Dass ein einzelner Anbieter ein solches Benchmark-Werkzeug vorstellt, löste nicht nur innerhalb des Standardisierungsgremiums SPEC (Standard Performance Evaluation Corporation) Erstaunen aus. Denn dort beschäftigt man sich ebenfalls mit Performance-Benchmarks. Die Kritik der Konkurrenten an dem "unfairen" Benchmarktest: Seine Ergebnisse sollen manipulierbar sein. Im Zweifelsfall, so die Befürchtung, stuft "WMmark" ein Produkt eines anderen Herstellers per se als schlechter ein, als es in Wirklichkeit performt.
In der Vergangenheit soll VMware bereits mit Weissbüchern gearbeitet haben, in denen die Virtualisierungsprodukte anderer Hersteller schlechter dargestellt worden sind. Als bedenklich wird auch angesehen, dass der Marktführer damit das Wissen über die Bewertungsszenarien besitze und seine Produkte entsprechend tunen könne.
VMWare hat auf die Vorwürfe auf jeden Fall schnell reagiert. Andrea Eubanks, Senior Director of Enterprise and Technical Marketing, sagte: "VMmark ist absichtlich als offener Standard entworfen worden und nicht als fertig gemauertes Produkt zu sehen". Deshalb habe VMware das Tool auch der SPEC übergeben, damit daraus ein einheitlicher benchmarking-Standard entstehen kann, der alle beteiligten Parteien zufrieden stellt. Doch das Vertrauen scheint durch den Vorstoss von VMware erst einmal zerstört zu sein.
Permalink: VMware: Unfairer Benchmarktest?
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