Unified Communications – Business-Kommunikation im 21. Jahrhundert

Unified Communications - Business-Kommunikation im 21. Jahrhundert

Einer der wichtigsten Technologietrends für Unternehmen in naher Zukunft – so die Marktforscher der Experton Group – liegt im Bereich Unified Communications (UC). Durch Verknüpfung aller Formen von Messaging, Mail und Conferencing in harmonisierten Posteingängen und Schnittstellen werde damit den zunehmenden Kommunikationsanforderungen begegnet. Konvergente IP-Netzwerke spielen hierbei die entscheidende Rolle. "Bedenken bezüglich technischer Aspekte weichen dem Verständnis, dass UC enorme Vorteile gegenüber siloartigen Kommunikationssystemen liefert", schreiben die Analysten, die demnächst eine detaillierte Untersuchung des Unified-Communications-Marktes in Deutschland vorstellen wollen.

Als Reaktion auf die sinkende Erreichbarkeit – so die Experton Group – habe man die "Knowledge Worker" in den letzen Jahren mit einer Vielzahl von Kommunikationsmitteln ausgerüstet, neben PC und Telefon z.B. mobile Geräte wie Laptops, PDAs oder Smartphones. Dadurch wurden die klassischen Kommunikationsmittel Brief, Telefon und Fax um E-Mail, Instant Messaging, Audio-, Video- und Web-Konferenzen ergänzt. Und genau das ist das Problem, denn das Management dieser Kanäle wird immer komplizierter. Statistiken aus den USA zeigen, dass ein "Knowledge Worker" im Durchschnitt knapp 100 Nachrichten pro Tag an bis zu sieben unterschiedlichen Orten empfängt. Zu mehr als 50% der Anrufe muss er zuerst die Telefonnummern suchen. Mehr als 30 Minuten verbringen über 30% der Wissensarbeiter pro Woche erfolglos damit, Menschen telefonisch zu erreichen. Bemerkenswert ist auch, dass "Knowledge Worker" 40% ihrer Arbeitszeit nicht vor ihrem PC verbringen. 39% verpassen pro Tag mindestens fünf Anrufe im Büro.

"Grundsätzlich entstehen unnötige Wartezeiten sowie Unterbrechungen durch unerwünschte Kommunikation, ineffiziente Teamkoordination, Kooperationsbarrieren, mangelnde Produktivität für mobile Mitarbeiter und Kosten durch Geschäftsreisen, die es zu minimieren gilt", konstatieren die Analysten. Das Zaubermittel soll nun Unified Communications sein, um die bisher voneinander isolierten Kommunikationsmittel wie Telefon, Web-, Video- und Audiokonferenzen, Instant Messaging, E-Mail, Fax, auf dem PC und mobilen Endgeräten miteinander zu integrieren. Zusätzlich informieren Presence-Funktionalitäten über die Erreichbarkeit einer Person.

Das ist allerdings noch Zukunftsmusik. "Die Kommunikationsinfrastruktur in deutschen Unternehmen ist derzeit noch weitestgehend von Insellösungen für jedes Kommunikationsbedürfnis geprägt", beschreibt die Experton Group die Realität. Die Vernetzung von text- und sprachbasierten Lösungen im Sinne von Unified Communications verspreche allerdings ein großes Potenzial.

Siemens Enterprise Communications zeigt auf der CeBIT Unified Communications

Damit rechnet auch Siemens Enterprise Communications (SEN). In der Diskussion um den bevorstehenden Arbeitsplatzabbau und den Verkauf der Siemens-Tochter ist etwas an den Rand gedrängt worden, dass das Unternehmen in diesem Sektor einiges zu bieten hat. Im laufenden geschäftsjahr fließen bereits über 80 Prozent der Investitionen in internetbasierte Produkte, 2005 lag dieser Anteil bei 50 Prozent. Am Stand D37 in Halle 13 auf der diesjährigen CEBIT werden UC-Lösungen für nahezu jede Firma oder Behörde gezeigt – unabhängig von der bestehenden Telekommunikationstechnik und der Größe des Unternehmens. Vorgestellt werden u.a. eine Server-basierte Komplettlösung für Unified Communications und eine völlig neue Version der UC-Anwendung OpenScape.

"Die UC-Lösungen zeichnen sich durch eine offene Architektur und offene Schnittstellen aus und unterstützen dank ihrer Standardkonformität auch Produkte anderer Hersteller", verspricht der Hersteller. Vielfältige Möglichkeiten zur Integration der Kommunikationsanwendungen mit betriebswirtschaftlicher Software (z.B. von SAP oder salesforce.com) und Office-Umgebungen (z.B. IBM Lotus, Microsoft Outlook) würden das Angebot abrunden. Zu den in Hannover gezeigten neuen UC-Lösungen zählt auch eine HD-Videokonferenz-Lösung (High Definition), die eine exzellente Video- und Sprachqualität bieten soll. Ich werde sie mir wohl mal anschauen.


Posted on Mittwoch, Februar 27th, 2008 at 11:15 and is filed under CeBIT 2008. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

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