Unddu.de: Noch ein Social Network

Das Online-Portal web.de, mittlerweile eine Tochter von 1&1, hat heute auf seiner CeBIT-Pressekonferenz ein weiteres Social Network angekündigt (nach Bertelsmann, Telekom und allen anderen). Ich dachte ja erst, www.unddu.de sei wieder so eine tolle Web2.0-Wortschöpfung, aber es ist einfach nur deutsch.
Das ist ja schon mal lobenswert. Eine Public Beta des durch Werbung finanzierten Angebots soll den Nutzern ab dem 19. April kostenlos zur Verfügung stehen. Ich weiß nicht, ob die Welt noch auf einen mySpace-Klon wartet? Verwunderlich finde ich die Zielgruppe. Während man sich sonst ja eher auf Angebote für spezielle Nischen konzentriert, will unddu das genaue Gegenteil und richtet sich an ein breites Publikum.
"Die heutigen Angebote haben zu spitze Zielgruppen", verkündete web.de-Chef Matthias GreveGreve in Hannover. Seine "Mischung aus Social und Personal Network" spreche alle Zielgruppen an – egal ob Privatleute, Gewerbetreibende, Vereine oder Schulen. Es verfolge dabei den Ansatz, dass der Nutzer verschiedenen Gruppen bestimmte Zugriffsrechte auf die eigenen Inhalte bei unddu.de zu erteilen kann. So sollen enge Freunde zum Beispiel den gesamten persönlichen Bereich einsehen können, während Bekannte aus dem Sportverein sich nur in einem für die Gruppe freigebenen Portal bewegen können.
Woher Peter Turi den Optimismus nimmt, dass dieses Modell "etwas geben könnte"? Ein Unternehmen, dass auch noch Stunden nach der Pressekonferenz in seiner eigens per Passwort abgeschotteten "PresseLounge" noch keine Unterlagen oder Screenshots bereitstellen kann, muss noch ganz schön was lernen. Bis sich die anvisierten "mehr als 10 Mio. Mitglieder" auf unddu.de tummeln werden, dürften wir noch manche CeBIT erleben.
Drei Dinge machen mich optimistisch für unddu.de (nicht für 10, aber für 1 Million Nutzer):
Erstens die hohe Anzahl von Leuten mit web.de- und gmx-Adresse unter Normalas, wie ich sie auf den elektronischen Verteilern meines Chors, der Elternbeiräte und des Fußballvereins finde.
Zweitens die Seiten selbst: Ich habe sie – im Gegensatz zu Euch – gesehen und sage: whow!
Drittens: Die Macher – haben bewiesen, dass sie’s können.
Ein Anmerkung noch zum Thema Totschlag-Argument “Klon”: Gab es nach Mercedes noch andere Autobauer? Nach Tempo noch andere Papiertaschentücher? Sportwagen nach Porsche? Nach Thomas Cook noch andere Reiseanbieter?
Finde das Logo hübsch. frisch, jung und und und. lassen wir uns überraschen. glaube wird erfolg haben…..
Ich persönlich finde den Namen unddu.de ziemlich daneben… das klingt wie duauch.de oder hatmirgeradenochgefehlt.de … da hätte man sich bei einem so großen Projekt durchaus etwas Eingängigeres einfallen lassen können – wie zum Beispiel klickbrett.de ;-D aber das ist ja leider schon vergeben
Danny Busch