T-Systems: Das Sparkonzert von Lothar Pauly

T-Systems: Das Sparkonzert von Lothar Pauly

Eine interne Sparliste von T-Systems-Chef Lothar Pauly, die von der Wirtschaftswoche veröffentlicht wurde, sorgt für Aufsehen in der IT-Branche. Denn man kann sich auch kaputt sparen.

Kundenveranstaltungen sind danach in Zukunft ebenso gestrichen wie die Beteiligung an Messen oder die Pressearbeit. Und alle Forschungs- und Entwicklungsarbeiten wurden ab sofort ebenfalls gestoppt. Da fällt es dann kaum noch ins Gewicht, dass es dieses Jahr keine Weihnachtsfeiern geben wird. Und die Mitarbeiter keine Diensthandys oder WLAN-Hotspots benutzen dürfen. Die Teilnahme an Lehrgängen, Qualifizierungs- und Fortbildungsmaßnahmen ist in Zukunft ebenso tabu wie die Nutzung von Inlandsflügen oder Dienstwagen. Bücher und Zeitschriften dürfen die T-Systems-Mitarbeiter auch nicht mehr bestellen. Und bei internen Meetings gibt es erst nach über vier Stunden was zu trinken.

Sicher kann mit einem solchen Konzern wie T-Systems den einen oder anderen Euro einsparen, der ohne Nachdenken zum Fenster rausgeworfen wird. Aber hier schüttet Lothar Pauly das Kind mit dem bade aus. Geht es der Telekom-Sparte schon so schlecht, dass zu solch drastischen Maßnahmen gegriffen werden muss? Als Kunde würde ich da schon ins Grübeln kommen ….


Posted on Montag, Oktober 9th, 2006 at 08:49 and is filed under Branchen News. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

3 Responses to “T-Systems: Das Sparkonzert von Lothar Pauly”

  1. Rolf-Dieter Damm sagt:

    Vielleicht sollten die du BASE wechseln? Sparen kann doch sooo einfach sein… *grins*

  2. ….. schade, dabei waren die früheren T-System-Events bei denen wir mitwirken durften so super, dass sowohl Kunden wie auch Mitarbeiter noch nach Jahren davon sprechen – da gab’s doch mal was mit Kundenbindung und/oder Mitarbeiter-Motivation ?
    Dafür entdecken andere Unternehmen diese Felder jedoch gerade wieder neu !

  3. T-Systemianer sagt:

    Aussenwirkung + Hintergrund

    Also so kann man das ja nicht stehen lassen. Sicherlich sind die vorgegebenen Sparmaßnahmen strittig. Doch in dem hier geschilderten Ausmaß wird nicht gespart! Natürlich werden Dienstwagen, Handy etc. uneingeschränkt genutzt. Schließlich telefoniert ja keiner zum Spaß- hoffe ich zumindest.

    Viel schlimmer als die viel diskutierten Sparmaßnahmen sind die kurzsichtigen Entscheidungen des unter zu starken Druck gekommenen “mittleren” Managements. Leider sind bei der letzten Neustrukturierung, zumindest der BS, die guten Leute degradiert und durch Karriere-Egos ersetzt worden. Dieses neue Geflecht von unerfahrenen und teilweise zu schnell hochgespülten
    Karrieristen mündet im Ergebnis der aktuellen Situation. Ganz klar wer das ausbadet. Die ohnehin mächtig unter Druck und Angst gestellten Mitarbeiter an der Basis und Kundenfront. Die dazu noch den schwachsinnigen Kurs gegenüber den Kunden vertreten müssen. Hoffentlich wird darauf die Öffentlichkeit und Aktionärsmehrheit irgendwann aufmerksam.

    Wie es Ron Sommer gestern richtigerweise bei Christiansen angeführt hat:
    “Wenn sie der Fußballmannschaft vor dem Spiel sagen: Ich entlasse jeden Dritten. Glauben sie, dass die Mannschaft anschließend das Spiel gewinnen wird?“

    Besser wäre es jeden dritten Manager auszutauschen. Das wäre sicherlich eine vernünftige, kritische Größe um diesem durchaus potentiellen Unternehmen eine glänzende Zukunftsperspektive zu verschaffen.

    Jedoch ist es ja meist so, dass zuerst das Kind (welches schon aus der Wanne gespült wurde) noch in den Brunnen fallen muss.

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