Trojanisches Pferd für das E-Government

Und nochmal der Bundestrojaner: In der Telepolis (TP) spricht bettina winsemann heute einen interessanten Punkt der geplanten Ausspähung fremder Computer durch Geheimdienste oder Polizei an: Den Imageschaden, den dieses Projekt für die E-Government-Anstrengungen der Regierung verursacht.
Denn Innenminister Schäuble will ja nicht ausschließen, dass der Späh-Trojaner über offizielle E-Mails anderer Behörden zu den Ziel-Computern geschleust wird. "Die Bürgerinnen und Bürger werden sehr bald staatlichen Online-Angeboten misstrauen und z.B. ihre Steuererklärung nicht mehr online erledigen wollen", zitiert die TP-Autorin Wolfgang Wieland von B90/Grünen.
In der Tat: Den ganzen Aufwand mit Public Key Infrastrukture (PKI), elektronischer Unterschrift oder digitalen Zertifizierung können sich die Behörden schenken, wenn derartig vertrauenswürdig gemachte E-Mails unter Umständen die Träger von Spionagesoftware sind. Die Folge – so Bettina Winsemann – wird sein, dass die Bürgerinnen und Bürger den Schriftwechsel mit staatlichen Institutionen künftig wieder verstärkt auf dem traditionellen Briefweg abwickeln werden. Wer will sich schließlich einen digitalen Schädling einfangen, dessen Folgen noch weitgehend unklar sind?
Die Idee des E-Government ("Die Daten sollen laufen, nicht die Bürger") wird mit diesem "Trojanischen Pferd" ad absurdum geführt. Aber das scheint Schäuble & Co. nicht so stark zu stören.
Schäuble vertraut auf die Bequemlichkeit der Menschen, nur diejenigen, die er angeblich nur ausspähen will, die werden eben nicht so bequem sein.
Oder wird in Zukunft die Tatsache, E_mails von Behörden zu mißtrauen und alles brieflich zu erledigen, bereits den Verdacht des Terrorismus begründen
Hallo zusammen,
egal, ob als Privatperson oder Firma der politsche Imageschaden ist neben der technologischen Machbarkeit schon geschehen: keiner traut keinem… -mehr.