System Error: Wettlauf um die niedrigsten Arbeits-, Sozial- und Umweltstandards in der PC-Herstellung
Normalerweise macht man sich ja wenig Gedanken über Umwelt- und Arbeitsschutz, wenn beim Bloggen ein PC oder Notebook verwendet wird. Das will die Nichtregierungsorganisation WEED mit ihrer Kampagne "PC Global" ändern, für die nun auch ein Film produziert wurde (Trailer oben).
"Die Computerbranche hat nicht nur ein sauberes Image, sondern auch die wenigsten PC-User wissen, dass die großen Endhersteller in den Industrieländern meist nur die Endmontage betreiben. Chipkarten, festplatten etc. werden dagegen von so genannten Kontraktlieferanten bezogen. Diese lassen wiederum einzelne Bauteile rund um den Globus produzieren", schreiben die Initiatoren. Und das zum Großteil unter katastrophalen Arbeitsbedingungen in den asiatischen Hightech-Sweatshops. Und auch die ökologischen Auswirkungen der Produktion und Verschrottung der Computer sind eine Katastrophe.
"Die Kontraktfertigung ist eine Tarnkappenproduktion. D.h. die Herkunft der einzelnen Bauteile wird nicht ausgewiesen. Zudem werden Zulieferer schnell ausgewechselt, wenn sie durch einen anderen Anbieter preislich unterboten werden oder hohe Stückzahlen nicht sofort liefern können", heißt es in dem Film. Der enorme Druck, der in diesen Wertschöpfungsketten auf Zulieferer ausgeübt werde, führe zu einem "Wettlauf um die niedrigsten Arbeits-, Sozial- und Umweltstandards".
So schön die Diskussion über "Green IT" auch ist – die Probleme, auf die in der Kampagne "PC Global" hingewiesen wird, sollten dabei nicht ausgeblendet werden.