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Suchmaschinenprojekt Quaero: Sind SAP, Siemens und Bertelsmann dabei?
abgelegt im Archiv Branchen News von wolfgang am 27.01.06
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Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" vom 11.3. 2006 wollen sich sechs deutsche Unternehmen am Suchmaschinenprojekt Quaero beteiligen: SAP, Siemens, der Holtzbrinck-Verlag, Thomson Deutschland, Lycos Europe und die Bertelsmann-Softwaretochter Empolis. Beteiligt sind außerdem die RWTH Aachen und die Universität Karlsruhe.

Quaero - lateinisch für "ich suche" - wurde vor einiger Zeit von Frankreichs Präsident Jacques Chirac als "deutsch-französische Antwort auf die globale Herausforderung von Google und Yahoo" angekündigt. Vorbild soll die Airbus-Erfolgsstory sein: Der europäische Luftfahrtriese hat den US-Monopolisten Boeing in nur wenigen Jahren überflügelt. Deshalb wurde auch der Spitzname "Airbus der Computer-Welt" für das deutsch-französische Vorhaben geprägt.

Quaero ist allerdings nur ein Projektname und nicht - wie häufig geschrieben - bereits der Name der geplanten Suchmaschine. Wie Google arbeitet auch das europäische Vorhaben daran, mithilfe einer universellen Suchmaschine nicht nur Texte zu finden, sondern auch Videos, Fotos, Musik und Audioclippings. Außerdem sollen in dem Projekt auch Dienste für den Geschäftsverkehr zwischen Unternehmen und für den Informationsaustausch von Firmen mit ihren Kunden entwickelt werden. Den Auftrag zur Entwicklung des Google-Konkurrenten - so wird vermutet - soll das Pariser Unternehmen Exalead bekommen, das bereits eine mehrsprachige Suchmaschine betreibt.

Die Deutsche Telekom war als Entwicklungspartner kürzlich aus dem Projekt ausgestiegen. Die Tochtergesellschaft Empolis der Sparte Arvato des Medienkonzerns Bertelsmann soll federführend die Koordination des Projekts auf deutscher Seite übernehmen, lehnt aber den Begriff "Konsortialführer" ab.

Damit fehlt ein gleichwertiges Pendant zum französischen Elektronikkonzern Thomson, der im Nachbarland das Kommando in dem Projekt hat. Am Rande einer Tagung "Suchen und Finden im Internet" des Münchner Kreises wurde Anfang Februar bekannt, dass Siemens sich über seinen Unternehmensbereich Corporate Technology an dem Projekt beteiligen will.

Exalead-CEO François Bourdoncle glaubt, dass Mitte 2006 eine Version der Quaero-Suchmaschine verfügbar sein könnte. Sein Unternehmen arbeite dabei mit der auf Bildanalyse spezialisierten französischen Firma LTU Technologies sowie mit der RWTH Aachen auf dem Gebiet der automatischen Sprachübersetzung zusammen.

Der deutsche Suchmaschinen-Experte Wolfgang Sander-Beuermann von der Universität hannover, ist da weniger optimistisch. Gegenüber der Netzeitung lobte er das Quaero-Projekt zwar als die "einzige und letzte Chance für Europa, dem Monopol der US-Konzerne bei den Suchtechnologien etwas entgegenzusetzen". Doch selbst wenn genug Geld zur Verfügung gestellt werde, sei mit einer "Entwicklungszeit von mehreren Jahren" zu rechnen.

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