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StudiVZ-Deal: Eitel Freude und Sonnenschein bei Handelsblatt & Co.

abgelegt im Archiv Web 2.0 am 04.01.07

StudiVZ-Deal: Eitel Freude und Sonnenschein bei Handelsblatt & Co.
Kleine Presseschau am Tag 1 nach dem bisher größten Web 2.0-Deal in Deutschland. Während die Financial Times Deutschland ausführlich über StudiVZ, Datenschutzprobleme und die Eskapaden von Gründer Ehssan Dariani berichtet, herrscht in den Blättern des Holtzbrinck-Verlages eitel Freude und Sonnenschein.

Weder in der Zeit, noch bei Wirtschaftswoche, Handelsblatt , Absatzwirtschaft oder Tagesspiegel nur ein Sterbenswörtchen über die Diskussionen der letzten Wochen. Ein Musterbeispiel für kritischen Journalismus! Oder hat die PR-Offensive schon begonnen, mit der das angekratzte Image von StudiVZ geliftet werden soll? Sogar die vielgeschmähte "Tagesschau" bringt wenigstens einen kritischen Satz ("Zuletzt war StudiVZ auch wegen Datenschutzproblemen und persönlicher Eskapaden seines Mitbegründers Dahrani kritisiert worden"). Bei den Holtzbrinck-Blättern hat es selbst dazu nicht gereicht.

Und die ständigen Warner vor dem Bubble 2.0 aus "Zeit" und "Handelsblatt", die angesichts dieses undurchsichtigen Deals jetzt wirklich allen Grund zum Aufschrei hätten? Auch hier Schweigen im Walde. Dafür stößt jetzt die "Financial Times Deutschland" in diese Marktlücke und hat eine Debatte zum Thema "Wächst eine Web 2.0-blase?" begonnen.

Nachtrag: Immerhin hat jetzt in einem Zeit-Weblog Onkel Brumm, seines Zeichens "unabhängiger Journalist", wenigstens kein Blatt vor den Mund genommen. Um dann gleich von seinem Online-Chefredakteur eins drüber zu bekommen: "Die Kollegen haben die dpa-Meldung übernommen. Mehr geht nicht, wie ich finde; über Vorgänge in der eigenen Unternehmensgruppe zu berichten, ist immer problematisch, weil selbstreferentiell und vor allem niemals neutral. Daher der Rückgriff aufs Agenturmaterial", schreibt Gero von Randow in einem Kommentar. Aber es gab doch auch Agenturen, die kritisch über die Vorgänge bei StudiVZ berichtet haben. Warum konnte man nicht deren Material verwenden?



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Tags: StudiVZ  Holtzbrinck  Bubble  Web2.0 

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