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StudiVZ: Stalking mit geklauter Identität
abgelegt im Archiv Freistil von wolfgang am 11.01.07
StudiVZ: Stalking mit geklauter Identität
Während die umstrittene Studenten-Plattform StudiVZ, die seit Anfang des Jahres zum Holtzbrinck-Konzern gehört, gerade wegen eines von unbekannten Hackern gekaperten Firmen-Weblogs in den Schlagzeilen steht, droht schon wieder neues Ungemach. Unter der Überschrift "Identitätsdiebstahl 2.0" muss StudiVZ bei Spiegel Online als Beispiel für neuerliche Sicherheitslücken und Stalking-Attacken herhalten. Unter Verweis auf das Weblog von Jörg-Olaf Schäfers, der den Fall ausführlich schildert, schreibt der Online-Dienst des Hamburger Nachrichtenmagazins:

"Schäfers zitiert ein Posting der jungen Frau in einem Forum des Studentennetzwerks StudiVZ vom 3. Januar, eine gewisse Person hat sich hier unter meinem Namen angemeldet, alte Bilder von mir hochgeladen und dazu noch meine Handynummer für 'Freunde' weitergegeben. Trotz Meldung beim Support sei bisher keine Reaktion erfolgt."


Für den SpOn-Redakteur ist das ein grundsätzliches Problem des Web 2.0: "Es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten, die Authentizität eines Nutzerprofils zu überprüfen. Ebay erledigt das in Deutschland seit Jahren über eine Schufa-abfrage, andernorts muss sich der Nutzer via SMS oder einer Miniüberweisung von seinem Konto beglaubigen. Beides ist nur mit einem gültigen Ausweis machbar - denn auch SIM-Karten gibt es in Deutschland (wie den meisten Ländern) nur nach Vorlage des Ausweises. Im Fall von Netzwerken mit einer sehr jungen Zielgruppe verbieten sich jedoch umständliche und komplizierte Anmeldungswege. Hier scheinen sich das Konzept der Plattform und eine glaubwürdige Datenvalidierung sogar geradezu auszuschließen. Ein Angebot wie StudiVZ untersagt in seinen AGB zwar das Anlegen von Fake-Accounts, aber tatsächlich wird der Nutzerkreis ("Studenten") nicht einmal durch die Pflicht eingeschränkt, bei Anmeldung eine Uni-E-Mailadresse angeben zu müssen."

Von Seiten der Betreiber solcher Plattformen - so SpiegelOnline - dürfte das Interesse an einer Datenvalidierung schon aus finanziellen Erwägungen nicht besonders hoch sein: "Ein Portal mit mehreren tausend Neuanmeldungen pro Tag müsste zur Überprüfung von deren Echtheit einen immensen Personalaufwand treiben, der in keinem Verhältnis zum erhofften Ertrag pro Nutzer steht. Eine nachträgliche Überprüfung dürfte an den gleichen Hindernissen scheitern, zusätzlich droht eine Berichtigung des Datenmaterials - und damit möglicherweise eine peinliche Korrektur der Nutzerzahlen nach unten."

Aber das ist der Punkt, über den die Betreiber solcher Plattformen (aber auch ihre Nutzer) noch mal wirklich genau nachdenken müssen: Was ist ein solches Social Network im Web eigentlich noch Wert, wenn die Identitäten nicht stimmen und jede Menge Fake-Accounts existieren? Und vor allem, wenn Leute damit jede Art von Unsinn anstellen können. Immerhin: Den Account von Rainer Fakeman hat StudiVZ inzwischen gelöscht. Das war ja nun auch sehr auffällig.



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Tags: StudiVZ  Stalking  Identitätsdiebstahl  Rainer+Fakeman 
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