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Web 2.0
von wolfgang am 01.12.06

"StudiVZ: Wie Deutschlands heißestes Start-Up vor die Wand fährt", titelt "Die Welt" heute ihre Story über die Ereignisse bei der Studenten-Plattform. Die "Frankfurter Rundschau" kommt mit der Überschrift: "Vom Flirt zur Belästigung" und die "Rheinische Post" überschreibt ihre ausführliche Geschichte (leider nicht online) mit "Der Feind in meinem Net" um in der Unterzeile eine perfekte Zusammenfassung zu liefern: "Das Online-Portal StudiVZ gerät immer stärker in die Kritik. So genannte Herrenclubs belästigen weibliche Mitglieder, der Datenschutz weist Lücken auf, und die Gründer fallen durch peinliche Witze auf".
Dann folgen die kompletten unappetitlichen Details, wie sie der gnadenlose Investigativ-Blogger "Don Alphonso" in den letzten Tagen Stück für Stück ans Tageslicht befördert hat. Die Chance, ihre Sicht der Dinge darzustellen, haben die StudiVZ-Gründer wieder einmal verpasst. Für ein Interview mit der "Rheinischen Post" (Auflage immerhin 400.000) waren sie - so die (neue?) Pressesprecherin Nadine Eule-Mau - "in diesen Tagen leider nicht zu erreichen".
Was auch damit zusammenhängen kann, dass nach Informationen der "Welt" Firmengründer Ehssan Dariani "inzwischen von der externen Kommunikation entbunden ist". Immerhin: Die Datenschutz-Probleme - so die Sprecherin gegenüber der "Rheinischen Post" - werden derzeit behoben (was man auch daran sieht, das StudiVZ mittlerweile seit gestern nicht mehr erreichbar ist). "Personen mit zweifelhaften Motiven eine Gruppe gründen und dort inakzeptable Inhalte einstellen, werden die Betreiber nicht zulassen", sagt sie weiter. Mit den Nutzern solle jetzt ein "Verhaltenskodex" erarbeitet werden.
Insgesamt kommt das alles sehr spät und nur auf massiven Druck von allen Seiten. Ob diese Maßnahmen noch ausreichen - darüber kann man trefflich streiten (so wie das Robert Basic, Peter Turi oder Don Alphonso tun). Mittlerweile warnen ja auch schon die ersten Studentenvertretungen vor der Nutzung dieser Plattform. Positive Artikel wie in den "Dresdner Neuesten Nachrichten", in denen die Skandale nur am Rande gestreift werden, dürften auch in den Print-Medien auf absehbare Zeit die Ausnahme bleiben.
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Wong
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