Spam kostet im Jahr 500 Euro pro Mitarbeiter

Im ersten Halbjahr 2007 ist das Spam-Aufkommen sprunghaft gestiegen. Nach Beobachtungen des Messaging-Anbieters Retarus sind der neueste Trend "Spam-Mails, die große PDF-, XLS- oder ZIP-Dateien als Anhang enthalten und die Mailsysteme von Unternehmen damit schnell hoffnungslos überlasten".
Insgesamt ist das Spam-Aufkommen in den Rechenzentren des Messaging-Ambieters seit Anfang 2007 um rund 300 Prozent gestiegen. Von diesem "E-Müllhaufen" machen Attachment-Spams inzwischen einen relevanten Teil aus – besonders solche, die für Aktien werben. Ende Juli betrug der Anteil des Aktien-Spams bereits 3,5 Prozent am gesamten Spam-Aufkommen – Tendenz rapide ansteigend. Die erste Welle derartiger Spam-Mails verzeichnete Retarus Ende Juni.
Die Bearbeitung der unerwünschten E-Mails kostet die Firmen rund 500 Euro pro Mitarbeiter und Jahr. Das errechnete jetzt eine Studie des Instituts für Marketing und Medien an der Universität Hamburg. Die Untersuchung "Kosten und Kostentreiber von unerwünschten Werbemails (Spam)" analysiert rund 1.000 Mitarbeiter einer Universität in Bezug auf ihren Umgang mit Spam empirisch.
Nach den Erkenntnissen der Verfasser treibt nicht nur die Anzahl der Spam-Mails die Kosten, sondern vor allem die bei den Empfängern eintretenden Verhaltensänderungen. Von Spam betroffene E-Mail-Nutzer kontrollieren sehr viel öfter ihr Postfach, weil sie fürchten, wichtige Mails zu übersehen oder versehentlich zu löschen. Im Vergleich dazu fallen technische Kosten, wie zusätzlicher Speicherplatz, und der Zusatzaufwand von IT-Abteilungen weniger ins Gewicht.
Die Studie empfiehlt deswegen den Einsatz von zentralen Spamfilter-Lösungen, die den einzelnen E-Mail-Nutzern Zugriff auf filter-Einstellungen ermöglicht. "Filterlösungen, die starr, ohne Einflussmöglichkeit für die Anwender arbeiten, steigern das Unsicherheitsgefühl eher und stellen deswegen potenziell Kostentreiber dar", erklärt Studienverfasser Professor Michel Clement.