Siemens: Entwarnung für Com-Bereich?

Nachdem in den letzten Wochen wiederholt Spekulationen über die Zerschlagung und Abspaltung des Bereichs Siemens Communikations vom Mutterkonzern aufgekommen sind, gab das zuständige Vorstandsmitglied Thomas Ganswindt heute Entwarnung. Auf der Handelsblatt-Tagung "Telekommarkt Europa" in Bonn kündigte er an, dass Siemens Com künftig sowohl im Festnetz- als auch im Mobilfunkgeschäft agieren werde.
Ganswindt: "Es ist die richtige Entscheidung, beide Technologien zu behalten". Der Konzern könne damit am besten Bedürfnisse von Kunden befriedigen, die zunehmend Mobilfunk und Festnetz im Bündel anbieten. "Für uns ist ein großer Vorteil, in beiden Segmenten vertreten zu sein", sagte Ganswindt.
Auf die in den vergangenen Monaten immer wieder geäußerten Spekulationen über den möglichen Verkauf von Teilen der Kommunikationssparte ging Ganswindt in Bonn allerdings nicht konkret ein. "Offensichtlich muss es wohl so sein, dass wir ein Portfolio haben, dass uns zu einem interessanten Partner macht", meint er. Die Politik von Siemens sei aber davon geprägt, "dass wir eher zugekauft haben". Zu möglichen Zielen von Akquisitionen machte der Siemens-Vorstand ebenfalls keine Angaben. Der Kauf des chinesischen Unternehmens PhotonicBridges vor wenigen Tagen, zeigt aber die Richtung. Mit dem Hersteller von optischen Übertragungssystemen will Siemens vor allem in Asien verstärkt aktiv werden. So wurde beim China-Besuch von Kanzlerin Angela Merkel mit den Mobilfunknetzbetreibern China Mobil und China Unicom der Ausbau von deren Netzen in sieben Provinzen vereinbart. Gesamtumfang des Auftrags: 150 Millionen Euro.
Eine andere Interpretation: “Wir haben hard mit Leute verhandlet. Aber alle wollen nur die Mobil-Spalte haben. Ich bin doch nicht blöd.”