Siemens Com: Wer schluckt die Reste?

Nach dem Deal des Siemens-Konzerns mit Nokia steht die Frage, was aus dem verbleibenden Geschäft mit Kommunikationssystemen für Unternehmen wird? Die Financial Times Deutschland vermutet heute: "Beim geplanten Verkauf des Siemens-Telefongeschäfts mit Firmenkunden zeichnet sich eine rasche Lösung ab". Der Ausstieg aus dem letzten noch verbliebenen Teil der Siemens-Kommunikationssparte Com sei "nur noch eine Frage von Tagen oder Wochen". Als potenzielle Käufer werden der US-Konzern Avaya oder der kanadische Anbieter Nortel genannt.
Auch das Wall Street Journal (gewöhnlich gut informiert), geht heute von einer endgültigen Auflösung der Com-Sparte aus: "On the heels of an agreement to combine its telecommunications-equipment business with that of Nokia Corp., Siemens AG said it is in talks to sell a majority stake in its enterprise unit, which supplies packages of telecom gear and services to corporate customers. Siemens didn't identify the potential buyers for the unit, which has about €3.5 billion, or about $4.4 billion, in annual sales. But with the potential sale and its planned joint venture with Finland's Nokia, the German electronics-and-engineering giant is dismantling its telecom unit known as Com, which posted €13.14 billion in sales for fiscal 2005."
In der Berliner Zeitung fasst ein Kommentar die aktuelle Entwicklung so zusammen: "Und demnächst wird wohl auch das Geschäft mit Schnurlos-Telefonen und Firmen-Telefonanlagen den Besitzer wechseln – ein Ausbeinen von Unternehmensteilen, die 2005 mit gut 20 Milliarden Euro ein Viertel des gesamten Umsatzes des Konzerns erwirtschafteten."