Siemens Com: Ganswindt verlässt das sinkende Schiff

Da haben die Gerüchte doch gestimmt: Ende September verlässt Thomas Ganswindt "auf eigenen Wunsch" den Zentralvorstand der Siemens AG. Der einstige Hoffnungsträger war zuletzt für die beiden Problembereiche Com und SBS zuständig, die in Auflösung begriffen sind.
Ganswindt wird künftig als Vorstandsvorsitzender der Elster Group in Luxemburg tätig sein. Das Unternehmen, das sich selbst als "einen der weltweit führenden Hersteller und Anbieter hochwertiger Anlagen, Geräte und Dienstleistungen für die Gas-, Strom- und Wassermessung" sieht, firmierte bis 2005 unter "Ruhrgas Industries".
Der Siemens-Manager kann dort weitermachen, wo er bei dem Münchner Elektrokonzern aufgehört hat: Beim Sanieren. Denn vor noch nicht allzulanger Zeit hat die Elster Group angekündigt, ihr "operatives Geschäfts in Europa zu verbessern", indem "aus den bestehenden einzelnen Einheiten und der fragmentierten Struktur ein Unternehmen mit gemeinsamer Kultur geformt" wird. Weiter heißt es: "Parallel dazu werden in den kommenden 24 Monaten Geschäftsprozesse in den Bereichen Produktion, Design & Entwicklung, Rohstoffeinkauf, Personal und Informationstechnologie optimiert."
Im Klartext bedeutet das: "Im Zuge der geplanten Integrationsmaßnahmen werden in Europa knapp 300 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verlieren, rund 3 Prozent der weltweit 9.000 Menschen umfassenden Belegschaft". Eine gründliche Analyse der weltweiten Geschäftstätigkeit an den bestehenden 56 Standorten in 30 Ländern auf fünf Kontinenten habe gezeigt, dass "nur durch die Optimierung des Produktionsnetzwerks, die Zusammenführung der Kernkompetenzen an ausgewählten Standorten und zahlreiche Prozessverbesserungen das Ziel der Marktführerschaft im Messgeschäft zu erreichen ist".
So ähnlich hat das bei Siemens Com auch geklungen, als Ganswindt das Ruder übernahm. In ihrem "Nachruf" auf den Ex-Chef sagt die Konzern-Pressestelle das heute auch recht deutlich: "Später setzte er als Vorsitzender des Bereichsvorstandes von Information and Communications Networks (ICN) – der früheren Festnetzsparte von Siemens – die branchenweit notwendig gewordene Restrukturierung konsequent im Hause um und bereitete das Geschäft auf den Technologiewandel hin zu konvergenten Netzen und Produkten vor."
Das Ergebnis ist bekannt.