Siemens Business Services: Aus für SBS, stattdessen SIS

Siemens Business Services: Aus für SBS, stattdessen SIS

Mit dem Verkauf der defizitären IT-Tochter ist es nichts geworden. Stattdessen schließt der Siemens-Konzern jetzt seine Tochter Siemens Business Services (SBS) und strukturiert den gesamten Bereich um: Aus SBS wird zusammen mit den vier konzerneigenen IT- und Softwarehäusern "Program and System Engineering" (PSE), "Siemens Information Systems Ltd" (SISL), "Development Innovation and Projects" (DIP) sowie "Business Innovation Center" (BIC) zum 1.1. 2007 die neue "Siemens IT Solutions and Services" (SIS). Nicht nur bei PSE in wien fürchtet man nun um die Arbeitsplätze.

Unterdessen gibt es noch mehr Streß an der PR-Front: Das Wirtschaftsmagazin "Capital" meldet in seiner kommenden Ausgabe, dass der lautstark via Bild-Zeitung in der Ã-ffentlichkeit verkündete Verzicht auf eine 30-prozentige Erhöhung der Bezüge des Siemens-Vorstandes in diesem Jahr "nur die halbe Wahrheit" ist. Denn die Manager können für das am 30. September 2006 abgelaufene Geschäftsjahr "mit zusätzlichen Boni-Zahlungen in beträchtlicher Höhe rechnen".

Dieses brisante Detail – so "Capital" steckt in einem bislang geheim gehaltenen Beschluss des Aufsichtsrats-Präsidiums von Siemens. Demnach fallen weitere Sonderzahlungen an, wenn der so genannte Geld-Saldo – eine der wichtigsten Kennzahlen zur Steuerung des Konzerns – über dem Budget liegt. "Diese Prämie kann noch einmal bis zu 20 Prozent der ohnehin zu zahlenden variablen Vergütung ausmachen", schreibt das Magazin.

Das Pikante daran: Mit dem zusätzlichen Leistungsanreiz sollten ursprünglich nur Führungskräfte unterhalb des Vorstandes motiviert und honoriert werden. Durch den Geheimbeschluss des Aufsichtsrats ist das Incentive nun aber auch auf die Vorstandsmitglieder ausgedehnt worden. Die genaue Höhe der Vorstands-Boni stehen zwar noch nicht fest, aber mit diesem Geld in Aussicht kann man natürlich leicht 5 Mio. € für den Fonds der entlassenen BenQ-Mitarbeiter spenden.

Und die gute Nachricht: Wie bereits vorgestern auf dem Web 2.0-Kongress in Offenbach verkündet, wird Siemens-CEO Klaus Kleinfeld weiter im Intranet bloggen und wer ihn als Mitarbeiter in den Kommentaren kritisiert, muss keine arbeitsrechtlichen Konsequenzen befürchten.

Das steht zumindest beim PR Blogger, der ausführlich über das heutige Nextpertsfrühstück mit Christian Kuhna berichtet. Der war früher Pressesprecher für elektronische Medien, ist seit Dezember 2005 für "Corporate Messages" bei Siemens verantwortlich und sprach über das Thema "Weblogs in der internen Kommunikation – Mitarbeiter und CEO-Weblogs im Einsatz".


Posted on Donnerstag, Oktober 12th, 2006 at 15:00 and is filed under Branchen News. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

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