Sex sells und YouPorn sorgt für Stoßverkehr

Die alte Werberweisheit "Sex sells" hat sich dieser Tage wieder bestätigt: Wie aus dem Nichts tauchten Anfang dieser Woche die beiden Weblogs S-O-S SEO Blog und Selbstversuch: Wahnsinn in den Top-10 auf (und sind es immer noch).
Die Ursache für die rasante Erhöhung der Zugriffszahlen: Die Bildzeitung (die sich aktuell auf "Unten ohne"-Fotos von Britney Spears spezialisiert hat, die auch durch viele amerikanische Weblogs geistern) erwähnte in einem Artikel beiläufig die Pornosite YouPorn.com, verlinkte sie aber nicht. "Was bleibt da dem geneigten Bildleser anderes übrig, als nach der Seite zu googlen", schreibt der IT-Consultant und Suchmaschinen-Optimierer Gerald Steffens in seinem Blog, auf dem die illustre Gästeschar plötzlich landete. Denn dort war zufälligerweise die Wortkombination "you porn" zu finden und das "S-O-S SEO Blog" von Google damit auf Platz 1 der Trefferliste gestellt worden.
"Selbstversuch: Wahnsinn" berichtete über das Ereignis und wurde prompt ebenfalls an die Spitze der Google-Treffer befördert. Auch wenn der Stoßverkehr inzwischen weitgehend abgeebbt ist, kommen doch immer noch mehre Hundert Besucher am Tag wegen "you pourn" auf die beiden Blogs. Und so gar "Stammkunden" wurden dadurch gewonnen. "Der absolute Hammer kommt aber erst jetzt. Das ist nämlich die Zahl der Abonnenten meines Newsfeeds. Die ist von 35 auf satte 475 gestiegen!", berichtet Blogger Hendrik Ringburger.
Das man mit entsprechen Begriffen den Traffic ankurbeln kann, hat auch (der in letzter Zeit sehr investigativ journalistisch tätige) A-Blogger Don Alphonso erkannt. Wie ein Blick auf http://rebellmarkt.blogger.de/referrers zeigt, kommt ein nicht unerheblicher Teil der Besucher auf Rebellmarkt über "Search request: ficken" und manchmal auch über "Search request: erotische tiergeschichten".
Allerdings funktioniert die Sex sells-Masche längst nicht immer. E-Commerce-Blogger Michael Jung, der mit der Überschrift "youporn.com – private Amateur Videos im Netz" neue Besucher anlocken wollte, stellt zum Ausgang des Versuchs fest: "Ich habe das jetzt mal in einem Beitrag getestet und stelle keine nennenswerten Veränderungen fest". Was lernen wir daraus? Wenn man bei Google nicht unter den ersten drei Treffern gelistet ist, macht das Ganze wenig Sinn.
Nachtrag: Auch das E-Commerce-Blog hat erfolgreich auf der YouPorn-Welle gesurft und etliche Bildzeitungsleser auf seine Seiten gelockt (Siehe Kommentar von Michael unten). Hoffentlich bleiben auch hier ein paar hängen und kommen auf andere Gedanken.
naja, so ganz stimmt das nicht
umsonst war das smilie nicht im Satz. Am Wochenende standen wir unter dem Suchbegriff auf Platz 3 und hatten mehrere tausend Anfragen…
Lustig nur, das die Welle nicht aufzuhalten ist. Mittlerweile gibt es so viele Seiten, die gleiches anbeiten, aber keine von denen wurde inder Bild erwäht!
Ist wirklich flacher geworden aber rockt noch