Second Life: TÜV Nord bevölkert die Leere

Während in den meisten Jahresrückblicken (die ja in diesen Tagen wie Pilze aus dem Boden schießen) Second Life als "Flop des Jahres 2007" beschrieben wird, setzt der TÜV Nord unverdrossen auf die virtuelle Welt und baut dort seit ein paar Wochen eine eigene Insel auf. "Wir betreiben hier ein wichtiges Versuchslabor, um uns mit der Wissenscommunity der ganzen virtuellen Welt zu vernetzen, aber auch um unsere eigene internationale Organisation in über 70 Ländern rund um den Globus aktiv einzubeziehen", erklärt Dr. Guido Rettig, Vorsitzender des Vorstands der TÜV NORD Gruppe.

In der virtuellen TÜV-STATION nahe dem zentralen Landepunkt wird über die Zukunfts-Kompetenz der Gruppe informiert. Von dort aus geht es per Teleport weiter zu den interaktiven Lerninstallationen. So etwa zu einer Brennstoffzelle, mit der im realen Leben saubere Energie aus Wasserstoff gewonnen wird. Für Second Life hat die TÜV NORD Gruppe ein riesiges, 65 Meter hohes Modell einer solchen Zelle konstruiert – real sind Brennstoffzellen wesentlich kleiner.

Die virtuelle Brennstoffzelle lädt den Besucher zur interaktiven Erkundungstour ein: Mit seinem Avatar fliegt er buchstäblich ins tiefste Innere hinein. Hier entsteht aus Wasserstoff und Sauerstoff elektrische und Wärme-Energie. Eine aufwändige Programmierung macht exakt den Punkt sichtbar, an dem dies geschieht – und der Besucher ist mitten drin. Auf dem Weg dorthin und wieder heraus wird der gesamte Prozess in einfachen Worten erklärt und dreidimensional anschaulich gemacht. Auch die Rolle der Brennstoffzelle für die Energiezukunft wird dabei vermittelt – und wie das Wissen der TÜV NORD Gruppe schon bei der Planung und Konstruktion den Anwendungsumgebungen solcher Zellen eingebunden wird.

Das zweite "Edutainment"-Projekt auf der Insel "TUV NORD" gibt den Bewohnern von Second Life die Möglichkeit, die Funktionsweise eines Bodenradargeräts, des Ground Penetrating Radar GPR, kennen zu lernen – und dabei virtuell Geld einzunehmen. Mit einem digitalen Modell des High-Tech-Geräts untersucht der Avatar den ausgewiesenen baugrund einer Zukunftsakademie auf Altlasten und Hindernisse im Boden. Der Nutzer übernimmt an sechs Stationen die Rolle der TÜV NORD-Fachleute und leistet im Lernszenario einen virtuellen Beitrag zum Boden- und Umweltschutz. Er sucht alte Ã-ltanks, findet vergessene Kabel und Leitungen und sichert empfindliche Baumwurzeln ebenso wie einen ganzen Deich. Spielerisch wird verdeutlicht, wie durch den Einsatz moderner Technik in Verbindung mit der Fachkompetenz der TÜV-Mitarbeiter Kosten minimiert und reale Gefahrenquellen ausgeschlossen werden können. Für jede gelöste Aufgabe wird der Avatar mit der Second Life-Währung Linden Dollar belohnt.

Jeden Dienstag (10 bis 12 Uhr MEZ) und Freitag (14 bis 16 Uhr MEZ) soll es Sprechstunden geben, damit Second Life-Nutzer von Anfang an direkt vor Ort kompetente Antworten auf individuelle Fragen erhalten können. Mittelfristig sollen weitere Spezialbereiche der unterschiedlichen Kompetenzzentren der TÜV NORD Gruppe für Fachgespräche zur Verfügung stehen.

Angesichts der schrumpfenden Besucherzahlen in Second Life kann man den TÜV-Leute nur viel Glück mit ihren Aktivitäten wünschen, die sicher eine Menge Geld gekostet haben.

Gefunden bei Focus Medialine.


Posted on Donnerstag, Dezember 27th, 2007 at 09:29 and is filed under Technologie News. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

3 Responses to “Second Life: TÜV Nord bevölkert die Leere”

  1. markus sagt:

    Ich habe noch keine Erfahrung mit Second Life, daher diese Frage: Kostet das Land in Second Life etwas, oder kann hier jeder eine Insel besiedeln?

  2. CIO-Blogger sagt:

    Firmen, die an attraktiven Orten siedeln wollen, müssen ganz ordentlich Geld in die Hand nehmen.

  3. Bernd sagt:

    Ich glaube, man darf SL nicht nach der Zahl der Besucher messen, die man selbst gerade auf der Isnel sieht, auf der man selbst steht. Das ist kein Fernsehen und auch nich mit diesen Maßstäben zu messen. Auf einer website wie dieser würde ich jetzt auch keinen zweiten sehen, oder?

Leave a Reply

Impressum