ReputationDefender: Die Saubermacher im Web

Andreas Göldi berichtet in seinem Blog sehr interessant über die gerade laufende Web 2.0 Summit-Konferenz in San Francisco, an der er teilnimmt, und wie die Hype-Stimmung immer obskurere Ideen und Geschäftsmodelle ans Tageslicht bringt. Eine davon ist zweifelsohne das StartUp ReputationDefender.
Für eine Handvoll Dollar verspricht es, alle verräterischen Spuren aus dem Web zu entfernen. Schönes Geschäftsmodell: Erst sorgt man mit allerhand Social-Web-Anwendungen und Web 2.0 ("Mitmach-Internet") dafür, dass die Leute überall ihre Meinungen und Daten hinterlassen. Und wenn sie dann später – etwa, wenn sie sich um einem Job bewerben wollen – Angst vor den vielen Google-Treffern zur eigenen Person haben, offeriert man einen kostenpflichtigen Dienst zum Beseitigen dieser Einträge.
Ob peinliche Fotos, Chauvi-Sprüche, kritische Kommentare oder wenig schmeichelhafte Videoaufnahmen – ReputationDefender bietet an, alles wieder aus dem Netz zu löschen. "Ein Drittel der Personalchefs fahndet mit Suchmaschinen nach Informationen über die bewerber", macht Firmengründer Michael Fertik seinen potenziellen Kunden Angst und zitiert eine Studie der Purdue-University. 11,5 % der Firmen durchsuchen danach sogar soziale Netzwerke wie Friendster, StudiVZ oder OpenBC/Xing. "Was im Internet gesagt und geschrieben wird", so Fertiks Warnung, "kann das Leben verändern".
Ein besonderer Dienst des Startup-Unternehmens aus Louisville in Kentucky ist der "Identity-Check". Dabei stellt ReputationDefender monatlich eine Analyse der persönlichen Internet-Präsenz zusammen. Das wäre doch etwas für Ehssan Dariani, der Gründer von StudiVZ und erfolgreicher Web-2.0-Unternehmer. Denn gleichzeitig ist er – so Peter Turi – ein "dummer Junge", dessen Jugendsünden nun Stück für Stück ans Tageslicht gezerrt werden. Zum Beispiel bei Robert Basic oder an der Blogbar. Hätte Darini rechtzeitig ReputationDefender eingeschaltet, würde ihm heute mancher Ärger erspart bleiben. Aber vielleicht ist es ja auch ganz gut, wenn er jetzt mal am eigenen Leib spürt, was die Nutzer seiner Community einmal erwarten wird, wenn sie allzu freigiebig ihre persönlichen Daten im Web verbreiten.