Radio- und TV-Suche mit Audioclipping
Die Com Vision Betreibergesellschaft mbH aus Wismar in Mecklenburg-Vorpommern hat eine neuartige Suchmaschine vorgestellt: Mit audioclipping.de sollen die gesprochenen Inhalte deutscher Radio- und Fernsehprogramme der vergangenen 24 Stunden durchsucht werden können. Auch Podcasts, Audiostreams und Internet-TV-Angebote lassen sich durchforsten.
Möglich ist dies mit Hilfe einer Spracherkennungssoftware, die die Sprache in Texte umwandelt. Nach einem Bericht der Financial Times Deutschland (FTD) entstand das Produkt, um die gezielte Suche nach einzelnen Episoden der TV-Serie "Star Trek" möglich zu machen. Erstaunlich allerdings, dass die Suche nach "Enterprise" und ähnlichen begriffen zu keinem Ergebnis führt, obwohl die Serie innerhalb der letzten 24 Stunden im Fernsehen zu sehen war. Die Suche nach "Sharon" liefert dagegen immerhin über 100 Treffer. Offensichtlich konzentriert sich das System mehr auf die aktuelle Berichterstattung.
In der Beta-Version ist die Suchfunktion frei benutzbar. Die kostenpflichtige "berwachung von Radio und Fernsehen (für 70,50 Euro pro Suchbegriff und Monat) soll von Unternehmen und PR-Agenturen als Clipping-Service für nicht geschriebene Inhalte eingesetzt werden. So hört die Software kontinierlich bei zahlreichen Radiosendern mit und liefert dem Kunden alle Stellen, in denen das Suchwort auftaucht, mit Datum, Uhrzeit und Sender.
Com Vision-Geschäftsführer Manfred Büttner rechnet laut FTD mit "einem Marktpotenzial in Europa von 25 bis 30 Mio. Euro in den nächsten zwei Jahren allein für die Audioclipping-Anwendung". Die Entwicklungskosten bewegten sich bislang im niedrigen siebenstelligen Bereich und wurden teils privat, teils über staatliche Förderung des Landes Mecklenburg-Vorpommern aufgebracht.