Pleite von Benq Mobile: Noch ein PR-Problem für Siemens

Die Kommunikationsabteilung von Siemens ist bei Journalisten für ihre Arbeit sehr beliebt und auch neue Herausforderungen wie das Web 2.0 werden dort recht zügig angegangen. Doch im Moment müssen die PR-Leute des Konzerns von einem Krisenherd zum andern rennen.
Nach den permamenten Problemen in den Bereichen Siemens Business Services (SBS) und Communications und der recht instinktlosen Erhöhung der Vorstandsbezüge um 30 % nun auch noch die Altlast "Siemens Mobile" bzw. Benq Mobile.
Die Insolvenz des Handyherstellers wird in den Medien (und natürlich auch in der Belegschaft) der ehemaligen Muttergesellschaft angelastet. Und wenn das stimmt, was Dirk Ploss in seinem Blog als Antwort auf den PR Blogger Klaus Eck formuliert hat, nicht ganz zu unrecht. Denn danach wurde bereits beim Verkauf der Handysparte an den taiwanesischen Konzern eine abenteuerliche Konstruktion gewählt:
"Gegründet werden dann drei Gesellschaften: Eine gut ausgestattete Management-GmbH (in der das Kapital für die Management-Abfindungen gebündelt ward), eine noch besser ausgestattete Asset-Gesellschaft (in der Know-how und Vermögenswerte gebündelt wurden) und eine abstellgleis-GmbH & Co. OHG, die mit 25 kEuro unterfinanziert sämtliche Beschäftigten zugeschlagen bekam. Da fragt sich doch so mancher: Wessen Idee war das?"
Eine Pressemitteilung mit einem Statement von Siemens-Chef Kleinfeld und eine schnell einberufene Pressekonferenz von Benq Mobile Deutschland und Insolvenzverwalter, bei der Siemens in Schutz genommen wurde, kann die öffentliche Diskussion nicht mehr stoppen. Und auch die Beteuerung von Aufsichtsratschef
von Pierer, dass die aktuellen Entscheidungen für ihn "genauso überraschend wie für die Ã-ffentlichkeit" gekommen sind, wird die Wogen nicht glätten. Für die Siemens-PR-Abteilung stehen harte Zeiten bevor.
Innerhalb weniger Monate wurde das in Jahren mühsam aufgebaute Image ziemlich ramponiert. Und für die Mitarbeiter von Siemens Enterprise Communications (der neuen Gesellschaft, in der ab 1. 10. die Reste der Sparte Com zusammengefasst sind) und bei SBS dürften die jüngsten Entwicklungen bei Benq alles andere als Hoffnung für die Zukunft machen.