Neuer Siemens-CEO: Wird Peter Loescher auch bloggen?
abgelegt im Archiv Branchen News am 20.05.07
Das Rätselraten um den Nachfolger von Siemens-Boss Klaus Kleinfeld hat ein Ende. Der Österreicher Peter Löscher (der seinen Nachnamen zwecks internationaler Kompatibilität meist mit "oe" schreibt) wird im Chefsessel des Münchner Konzerns Platz nehmen.
Die dürre Mitteilung in der von Siemens heute verschickten Ad-hoc-Meldung über seinen bisherigen Job täuscht etwas: "Neuer Vorsitzender des Vorstands der SIEMENS AG wird Peter Löscher (49), derzeit President Global Human Health, Merck&Co. Inc., Whitehouse Station, N.J., USA. Löscher wird sein Amt am 1. Juli 2007 antreten. Dr. Klaus Kleinfeld wird sein Amt als Vorsitzender des Vorstands am 30. Juni 2007 niederlegen."
Denn vor seiner Stelle im Top-Management des US-Pharmariesen Merck & Co. war Loescher President und CEO des Bereichs Healthcare Bio-Sciences bei General Electrics (GE) und damit der erste Österreicher in die Chefetage eines der größten Unternehmen der Welt. Bei dem Mischkonzern, der immer wieder gerne mit der Siemens AG verglichen wird und in vielen Bereichen - wie z.B. Medizintechnik oder Kraftwerksbau - mit den Münchnern um den ersten Platz am Weltmarkt rangelt, war er Herr über rund 10.000 Mitarbeiter.
"Peter Loescher ist hierzulande praktisch unbekannt. Dabei ist er am besten Weg, in die Fussstapfen seines Ex-Chefs Jack Welch zu treten", schrieb das österreichische Wirtschaftsblatt bereits 2005. Daraus ist bekanntlich nichts geworden. Nun kann der Pharmamanager, der neben Deutsch und Englisch auch französisch und Spanisch fliessend beherrscht und sich auf Japanisch immerhin verständigen kann, bei Siemens zeigen, was er kann. "Ich reihe mich in die Reihe der 475.000 stolzen Siemensianer ein", sagte Löscher in München unmittelbar nach seiner Ernennung.
Für die traditionsreichen Siemens-Sparten Telekommunikation und Informationstechnik dürfte es unter dem neuen Chef allerdings kaum noch Hoffnung geben. Hier wird Loescher, der dazu in seiner bisherigen Karriere kaum Berührungspunkte hatte, den Kurs seines Vorgängers vermutlich konsequent fortsetzen: Zerschlagen, Verkaufen, Schließen. Stattdessen wird er sein Augenmerk verstärkt auf die lukrative Medizintechnik-Sparte richten.
Und ob Loescher - wie Klaus Kleinfeld in seinen besten Tagen - per CEO-Weblog den direkten Kontakt zu den Mitarbeitern suchen wird, ist auch fraglich. Weder bei Merck & Co. noch bei GE gab es bisher einen solchen Kommunikationskanal. Mit "From Edison's Desk" bloggen aber immerhin etliche Mitarbeiter der zentralen Forschungsabteilung von General Electric kollektiv. Und das nicht mal schlecht.
Peter Loescher scheint da eher einen Web 1.0-Ansatz zu verfolgen. "Wir experimentieren mit verschiedenen Marketingkanälen, etwa mit Websites wie der Frauenplattform iVillage oder Online-Communities, um unsere Zielgruppen besser kennenzulernen und ihnen unsere Botschaften zu vermitteln", sagte er noch vor wenigen Monaten in einem Interview als Marketing-Verantwortlicher bei Merck Co.

Tags: Siemens GE Peter+Loescher CEO iVillage
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Kommentar von:
Michi
(21.05.07 16:11 Uhr)
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