Neue Spekulationen: Soll Siemens Com an Motorola verkauft werden?

Neue Spekulationen: Soll Siemens Com an Motorola verkauft werden?

Siemens kämpft schon seit einiger Zeit mit geringen Margen und hohen Kosten im Geschäftsbereich Communications (Com). Nachdem schon vor einigen Wochen das "Manager Magazin" über einen Verkauf der defizitären Sparte an Nokia und den US-Konzern Avaya spekuliert hatte, legt nun die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" nach.

Ohne Quellen benennen zu können, schreibt sie: "Siemens verhandelt mit dem amerikanischen Handy-Hersteller Motorola über den Verkauf seiner wichtigsten Sparte. Eine Option in den Gesprächen zwischen hochrangigen Managern sei die Abspaltung der kompletten Sparte Siemens Com mit 13 Milliarden Euro Umsatz und 55.000 Mitarbeitern".

Motorola ist allerdings wohl nur am Geschäftsbereich Mobile Networks interessiert, während Siemens-Chef Klaus Kleinfeld die gesamte Com-Sparte – einschließlich der verlustreichen Teile – im Paket verkaufen will. Als ein Unternehmen, dass vorrangig im Handy-Bereich tätig ist, kann Motorola aber vermutlich kaum etwas mit der Siemens-Festnetzsparte anfangen.

Eine weitere Option für Siemens könnte deshalb der Verkauf des Festnetzbereichs an den finnisch-schwedischen IT-Dienstleister TietoEnator sein, an den bereits Teile der Forschungs- und Entwicklungsabteilung von Siemens Com ausgelagert werden sollen. "Ziel von TietoEnator ist es ein Global Player im Telekommunikationsbereich zu werden", hat Ari Vanhanen, President von TietoEnator Telecom & Media, bereits verkündet. Das Produktspektrum des Geschäftsbereichs Telecom & Media des skandinavischen Unternehmens umfasst bisher R&D-Dienstleistungen, Consulting, IT-Systementwicklung und die Integration für die gesamte Wertschöpfungskette in den Märkten der Telekommunikation und der Medien. Schwerpunkt ist dabei die Beratung, Entwicklung und Betrieb der technologisch bestimmten Geschäftsprozesse der Kunden.

Im Zuge der geplanten Kooperation von Alcatel und Lucent, die zum größten Telekommunikationsausrüster der Welt führen soll, werden international die Karten neu gemischt. Siemens fällt es dabei zunehmend schwerer, dem Wettbewerbsdruck Stand zu halten. Zuletzt erwirtschaftete die Com-Sparte eine Ergebnismarge von 3,5 Prozent, bei einem Umsatz von 3,4 Mrd. Euro im vierten Quartal 2005. Bis April nächsten Jahres erwartet Konzernchef Klaus Kleinfeld jedoch eine Ergebnismarge von wenigstens acht Prozent, was nach der Meinung von Analysten kaum zu schaffen sein dürfte.


Posted on Samstag, April 15th, 2006 at 19:39 and is filed under Branchen News. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

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