Netzeitung Readers Edition gestartet: Erste Eindrücke

Netzeitung Readers Edition gestartet: Erste Eindrücke

Seit heute früh ist die Beta-Version der "Readers Edition" ohne Zugangsbeschränkungen online. Markus von netzpolitik.org war auf der Pressekonferenz zum Start dieses ambitionierten Projekts der Netzeitung und hat eifrig mitgebloggt.

Von den 2500 Interessenten, die sich im Vorfeld gemeldet haben, sind mittlerweile ca. 25 mit Beiträgen vertreten. Ich habe in den letzten Tagen auch ein paar Postings gemacht, um das System auszuprobieren. Hier die ersten Eindrücke:

POSITIV

+ WordPress + Plugins als "Redaktionssystem" ist einfach zu bedienen und ermöglicht die komfortable Übernahme von schon gebloggten Texten.

+ die Moderatoren verbessern Schreibfehler (wobei sie auch nicht alle finden) und stellen zusätzliche Bilder zur Illustration dazu (was allerdings im Falle des Stoi-bärs zu Rätselraten bei den Lesern führte).

+ alle Beiträge stehen unter der Creative Commons-Lizenz, so dass eigentlich eine Übernahme in die Netzeitung und andere Online-Plattform nur mit Genehmigung der Autoren (und einer angemessenen Honorierung) möglich sein sollte.

NEGATIV

- Zum Teil gibt es sehr lange Wartezeiten bei der Freigabe der Texte: Ein Beitrag, der heute Morgen gepostet wurde, war erst am Abend online. Im Unterschied zu sternshortnews gibt es keine transparente Warteschlange – man postet seinen Beitrag in ein "dunkles Loch", ohne jedes Feed-back.

- Es gibt keinen Check auf Doubletten (wie z.B. bei sternshortnews oder yigg.de). Noch ist das kein allzu großes Problem (von den beiden Beiträgen zu Google Spreadsheets mal abgesehen). Aber wenn künftig zu einem spannenden Thema relativ zeitgleich 10 oder 20 Beiträge einlaufen, muss man entweder selektieren (nach welchen Kriterien?) oder – wenn alle veröffentlicht werden – wird es sehr schnell langweilig.

- Ingsgesamt ist sehr schlecht nachvollziehbar, aus welchen Gründen Beiträge nicht veröffentlicht werden. Hier würde zumindest eine Rubrik "Abgelehnt", wie sie zum Beispiel Boocompany oder sternshortnews haben, für etwas Transparenz sorgen. Auch das Bewertungssystem, von dem z.B. die Platzierung auf der Startseite abhängt, ist m.E. recht erklärungsbedürftig und wenig transparent.

Insgesamt wird das Projekt in der Bloggosphäre ja mit gemischten Gefühlen betrachtet. Heute überwiegen aber die positiven Stimmen. Spreeblick meint: "Die Idee ist gut, warten wir ab, ob die Welt dafür schon bereit ist. Mir erscheint der Ansatz, der sich aus der Diskussion um den Graswurzel-Journalismus nährt, viel sympathischer und sinnvoller als noch mehr Redaktionsblogs, die niemand liest." Und web.XpunktNull.de ruft sogar auf: "Also los, Leute. Seid fleissig und werdet einer der 20 Millionen Redakteure. :-) "


Posted on Dienstag, Juni 6th, 2006 at 20:05 and is filed under Web 2.0. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

2 Responses to “Netzeitung Readers Edition gestartet: Erste Eindrücke”

  1. Frederic Schneider sagt:

    Hallo,

    abgelehnte Artikel sollen zukünftig hier erscheinen:
    http://www.readers-edition.de/wiki/problemartikel

  2. Peter Schink sagt:

    Ja, Frederic hat’s schon gepostet. Das “schwarze Loch”, in das gepostet wird, ist technisch leider im Moment nicht anders machbar. Sobald nicht mehr 40 bis 50 Artikel täglich gepostet werden, soandenr vielleicht nur noch 30 geht’s dann auch mit dem Veröffentlichen wieder schneller…. danke erstmal für das ausführliche Feedback.

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