Microsoft Zune: Die Katze ist aus dem Sack

Kurz nachdem Apple in San Francisco ein wahres iPod-Feuerwerk gezündet hat, lässt nun auch Microsoft die Katze aus dem Sack. Auf einer Pressekonferenz in Seattle stellte der Softwaregigant heute die ersten Produkte vor, die demnächst unter dem Markennamen "Zune" (zunächst nur in den USA) angeboten werden sollen. Näheres zur Pressekonferenz weiß der Zuneinsider-Blog.
Der Zune-Player wird in den Farben weiß, braun und schwarz geliefert und ist mit einer 30 Gigabyte-Festplatte, einem 3-Zoll-Display, einem Radio-Tuner, einer USB-Schnittstelle und WLAN-Anschluß (802.11b und 802.11g) ausgestattet. Das zweite Element des heute vorgestellten Konzepts ist der Musik-Service "Zune Marketplace". In dem Onlineshop lassen sich Musikstücke entweder einzeln kaufen oder aber mit einer "Flat fee" abonnieren.
Ebenfalls ein Unterschied zu Apples iPod ist der mit dem Zune verbundene Community-Gedanken. Dazu ermöglicht die Hardware ihrem Besitzer über das WLAN den Autausch von Fotos, Song-Teasern, ganzen alben und Playlisten mit insgesamt vier anderen Geräten gleichzeitig. Allerdings: Ein zugesendetes Musikstück lässt sich nicht weiter verschicken und man kann es in drei Tagen nur maximal dreimal anhören – DRM (Digital Rights Management) läßt grüßen.
Der Player enthält bereits beim Verkauf eine Reihe von Inhalten – so z.B. Musik und Videoclips von Platten- und Filmfirmen wie DTS, EMI Music, Virgin Records, Ninja Tune, Playlouderecordings, Quango Music Group, Sub Pop Records und V2/Artemis Records. Für die Synchronisation mit dem Windows-PC wird eine spezielle Software angeboten.
Zum Zune, der von Toshiba gefertigt wird, gibt es drei Zubehör-Pakete für den Anschluss an Geräte zu Hause ("Zune Home A/V Pack"), für das Auto ("Zune Car Pack") und für die Reise ("Zune Travel Pack"). Microsoft arbeitet dazu mit einer Reihe von Zubehörherstellern wie Altec Lansing, Belkin Corp., Digital Lifestyle Outfitters (DLO), Dual Electronics, Griffin Technology, Harman Kardon and JBL, Integrated Mobile Electronics, Jamo International, Klipsch Audio Technologies, Logitech, Monster Cable Products Inc., Speck, Targus Group International Inc. und VAF Research zusammen.
Das US-Gadget-Weblog gizmodo hat fünf Gründe genannt , warum Microsoft sich mit dem Zune gegenüber dem iPod von Apple durchsetzen wird:
1. Der Zune hat einen größeren Bildschirm wie der iPod (50 % größer). Um Videos zu schauen, eine wichtige Voraussetzung.
2. Die Community-Funktionen wie WLAN-Anschluß und DJ-Features.
3. Hinter dem Zune steht Microsoft. Mit den Erfahrungen aus dem Erfolg der Xbox gegenüber Sony und Nintendo werden sie auch Apple schlagen.
4. Der Zune kann auf eine Anti-iPod-Stimmung und Ermüdungserscheinungen bei den iPod-Nutzern bauen.
5. Der Zune hat eine Zukunft. Mit den Erfahrungen von Toshiba bei der Fertigung des Gigabeat-Players kann Microsoft sehr schnell ein marktreifes Produkt ohne Kinderkrankheiten auf den Markt bringen.
Alles – so Gizmodo – hängt nun vom richtigen Marketing ab. Ich teile diese optimistische Prognose nicht unbedingt, aber das Leben steckt ja bekanntlich voller Überraschungen. Und vor fünf Jahren hätte auch niemand gedacht, was Apple aus der Erfindung des deutschen Fraunhofer-Instituts so alles macht.
was mich interessieren würde ist, ob zune denn auch zum spielen geeignet ist oder ob es nur als medien-talent einsteigen möchte.
Nun ist der Zune ja schon 3 Monate auf dem Markt. Wie schätzt Ihr seine Marktstellung ein? Hat MS sich da verschätzt?