Microhoo oder Yahsoft: Alles nur eine Zeitungsente

Während gestern ein Bericht der US-Boulevardzeitung "New York Post" über den Einstieg von Microsoft bei Yahoo! auch in Bloggerkreisen für helle Aufregung sorgte, nun das Dementi: Der vermeintliche 50-Milliarden-Dollar-Deal ist geplatzt. Die "in einem sehr frühen Stadium befindlichen" Gespräche über eine Übernahme sind laut einem Bericht des "WallStreet Journal" auf Eis gelegt worden.
Interessant dabei die Rolle des "WallStreet Journals": Von Handelsblatt-Blogger Thomas Knüwer gestern noch als seriöse Quelle des Gerüchts ausführlich zitiert, macht das Blatt heute die Kehrtwende und schreibt: "Beide Unternehmen haben in den vergangenen Monaten Gespräche über ein mögliches Zusammengehen geführt, diese sind aber nicht mehr aktuell". Ja was denn nun? Wollte man der New Yorker Konkurrenz nicht alleine das Feld überlassen und hat erst einmal ohne große Recherche die Nachricht rausgehauen?
Olivia Adler beantwortet im Internet Pro Weblog die Frage, warum in Deutschland der große Medienhype um den "größten Deal der Internet-Geschichte" ausgeblieben ist, so: "Wahrscheinlich, weil die meisten (Journalisten) bereits ahnten, dass es wie bereits vor einem Jahr bei Verhandlungen bleibt – neben einer morgens noch zu dünnen Quellenlage."
Aber vielleicht war die ganze Aktion auch nur dazu da, den Börsenkurs von Yahoo! kurzzeitig nach oben zu pushen. Und das ist auf jeden Fall gelungen.