Messe Leipzig: Von Google aussortiert

Messe Leipzig: Von Google aussortiert

Wer bei Yahoo nach "Leipziger Messe" sucht, bekommt auf den ersten Plätzen diese Treffer:

1. Leipziger Messe GmbH – Informationen zu Messen und Veranstaltungen, zum Messegelände und vielem mehr.
2. Leipziger Buchmesse
3. Leipziger Messe – Wikipedia
4. Services – Leipziger Messe GmbH – Service der Leipziger Messeservice
5. Services – Leipziger Messe GmbH – Anreise und Abreise
Wissenswertes zu An- und Abreise

Die ersten fünf Treffer bei einer Google-Suche dagegen:

1. AMI – Auto Mobil International…
2. Leipziger Buchmesse
3. modell-hobby-spiel – Ausstellung für Modellbau, Modelleisenbahnen …
4. Leipziger Uhren- und Schmucktage – MIDORA…
5. denkmal – Europäische Messe für Restaurierung, Denkmalpflege und …

Wie kommt es, dass die größte Suchmaschine der Welt nicht die Website der Leipziger Messe an erster Stelle aufführt und auch sonst keine Seiten des Messebetreibers weit oben stehen? Ganz einfach, Google hat am vergangenen Sonntag rund 20.000 Seiten der Domain leipziger-messe.de aus dem Index der Suchmaschine gelöscht.

"Während der Indexierung Ihrer Webseiten mussten wir feststellen, dass Sie auf Ihrer Seite Techniken verwenden, die gegen unsere Richtlinien für Webmaster verstoßen", heißt es dazu als Begründung in einer Mail an die Messegesellschaft. Die ist sich aber keiner Schuld bewußt. "Wir haben nicht massiv Keywords aneinander gereiht, sondern leiteten unsere Besucher einfach nur auf die Unterseiten unseres Domino-Servers. Auch war es nicht unsere Absicht etwas zu verstecken, sondern vielmehr unsere Lösung einer rudimentären Browser-ohne-alles-Startseite. Es ist zum Kopfschütteln, dass Google daraufhin so massiv Seiten aus dem Index nimmt", zitiert golem.de Veiko Lange, Leiter Onlinekommunikation und Webmaster bei der Leipziger Messe AG.

Das Ganze erinnert an den Rausschmiss des bayrischen Nobelkarossenbauers BMW aus dem Google-Suchindex im vergangenen Februar. Der Automobilhersteller wurde zwar nach einigen Korrekturen auf seiner Website schnell wieder aufgenommen und konnte sogar – dank der vielen Links im Zuge der berichterstattung über den Vorfall – seinen PageRank verbessern, doch trotzdem wirft diese Geschichte ein paar Fragen auf. Etwa, ob hier auch wieder so genannte Suchmaschinenoptimierer (wie damals bei BMW) daran gedreht haben? Oder ob Google überregiert und wieder einmal ein Exempel statuieren will?

In den Google-Richtlinien für Webmaster sind die Leipzig eingesetzten Javascript-Weiterleitungen explizit untersagt. Sie wurden inzwischen auch entfernt und eine Wiederaufnahme in den Google-Index ist ebenfalls beantragt worden. Denn ein längeres Abgeschnittensein von der Suchmaschine mit den meisten Nutzern in Deutschland ist für die Messegesellschaft ein kommunikationsmässiger GAU. "Wir sind keine Keyword-Spammer", wehrt sich der Webmaster und hofft auf eine schnelle Rückkehr in die heiligen Trefferlisten von St. Google.


Posted on Samstag, Oktober 21st, 2006 at 14:53 and is filed under Freistil. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

3 Responses to “Messe Leipzig: Von Google aussortiert”

  1. bastelecke sagt:

    Google schützt seine Einkünfte

    Wenn man sich in der Branche genauer umhört, dann wird man feststellen, dass die BMW-Affäre mitnichten dadurch ausgelöst wurde, das Google seine User vor einem manipulierenden Konzern geschützt hätte. Vielmehr ging es darum, Werbeeinahmen für diverse Suchbegriffe nicht nur in die Taschen von einigen SEO-Spezialisten fließen, sondern eben auch Google selber zukommen zu lassen.

    Wie das in dem Zusammenhang der Messe Leipzig zu bewerten ist – pure Spekulation. Sicherlich werden im B2B-Bereich aber durchaus interessante Preise für gute Key-Word-Rankings ausgegeben…

  2. Jetzt aber nicht wieder alles auf die “bösen Suchmaschinenoptimierer” schieben wie das drittklassige Blogger ohne Sachverstand gern tun.

    Gerade das Fehlen eines Fachmanns führt oft dazu, dass gewöhnliche Programmierer meinen Websites mit Spam-Methoden zu optimieren.

    @bastelekce, die BMW-Affäre wurde durch die Publikation bei Google Bloboscoped in Gang gebracht (wo ich btw. Contributor bin).

  3. Moritz sagt:

    Bei mir klappt’s aber wunderbar…

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