Merkwürdig: Microsoft finanziert Flash-Marktplatz

Merkwürdig: Microsoft finanziert Flash-Marktplatz

Nachdem ich gestern vom Microsoft Web 2.0-Evangelist Frank Fischer einiges gehört und gesehen habe, wie die Gates-Company ihren Generalangriff auf Flash und die anderen Adobe-Tools plant, komme ich bei dieser Meldung hier doch arg ins Grübeln:

Das im letzten April gestartete Microsoft-Spin-off Wallop hat die Beta-Phase seines Social Networks angekündigt. Das Netzwerk soll als "Marktplatz" dienen und Adobe-Flash-Entwickler die Möglichkeit bieten, ihre Produkte zu verkaufen.

Wallop ist bei Microsoft vier Jahre lang gediehen, soll aber nicht über Werbung finanziert werden. Die Nutzer können stattdessen Spiele, Animationen, Slideshows und Videos erwerben.

Das Netzwerk hat erst vor kurzem eine finanzielle Zuwendung von zehn Millionen US-Dollar von den Investmentfirmen Norwest Venture Partners, Bay Partners und Consor Capital bekommen.

Was haben die Microsofties damit vor? Wollen sie wirklich, so die Pressemitteilung, "dem webbasierten Social Networking durch ein neuartiges User-Interface und besonders weitgehende Personalisierbarkeit eine neue Dimension " bescheren? Oder kommt es ihnen darauf an, einen Fuß in die Flash-Entwicklercommunity zu bekommen und damit eine ideale Basis, um die neuen Webdesigner-Tools von Microsoft unter die Leute zu bringen.

Auf jeden Fall ist es schon sehr merkwürdig, wenn für die personalisierte Gestaltung der Benutzer-Präsentationsseiten flashbasierte interaktive Elemente eingesetzt werden, die so genannten "Mods". Dabei kann es sich um Hintergründe und Animationen handeln – aber auch um komplette Mini-Applikationen, die via API auf die Wallop-Dienste zurückgreifen.

Für die Entwicklung der "Mods" will Wallop auf ein eigenes Developer-Network mit integriertem Online-Marktplatz aufbauen. Flash-Entwickler müssen sich dabei beim Wallop Modder Network anmelden und können dann die selbstentwickelten "Mods" hochladen. Interessenten stehen die Kreationen – je nach Festlegung des Entwicklers – entweder umsonst oder als kostenpflichtiger Download auf der Plattform zur Verfügung.

Mit Goowy Media , Dave Werner , James Hay , Ghostbot, Darren Richardson hat der Microsoft-Ableger auf jeden Fall schon einige bekannte Flash-Entwickler und -Designer für sein Geschäftsmodell begeistern können. Für die Teilnahme am betatest wird eine Einladung benötigt.


Posted on Dienstag, September 26th, 2006 at 18:06 and is filed under Software News. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

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