Mauscheln Google und Wikipedia miteinander?

Vor dem Hintergrund der jüngsten Veränderungen der Suchalgorithmen bei Google ist sehr interessant, was der Grazer Informatikprofessor und Science-Fiction-Autor Hermann Maurer heute im Interview mit dem PR-Dienst pressetext.at sagt. Der Wissenschaftler warnt nicht nur vor der Datensammelwut des Informationskraken aus Mountain View ("Google ist die mächtigste Detektei, die es je gab"), sondern er vermutet auch eine Verschwörung von Google und Wikipedia.
Prof. Maurer warnt: "Die Verwendung des Internets hat bereits begonnen, zu einer Wissensverflachung zu führen. Ich habe da vor allem Wikipedia vor mir, das wir alle benutzen und das ich eigentlich für eine gute Geschichte halte. Wichtig ist aber zu wissen, dass Wikipedia als Quelle von Informationen mit Vorsicht zu genießen ist, denn viele dort gesammelte Artikel sind mit einer bestimmten Absicht geschrieben oder enthalten eine persönliche Meinung, die nicht unbedingt den eigentlichen Tatsachen entspricht. Was das Verhältnis von Google und Wikipedia betrifft, bestreiten beide nicht ausdrücklich eine Zusammenarbeit. Es ist aber doch auffällig, dass vor allem in der deutschsprachigen Version von Google die Einträge von Wikipedia bei Suchanfragen viel höher gereiht werden als bei anderen Suchmaschinen. Man könnte jetzt sagen, das liege an der Art wie Google die Rankings von Suchergebnissen vornimmt. Ich glaube aber, dass da mehr dahinter steckt. So konnten wir mittels statistischem Vergleich deutlich nachweisen, dass Wikipedia-Einträge bei Google signifikant besser abschneiden als bei anderen Suchmaschinenanbietern."
Mal sehen, ob das auch in Zukunft so bleibt, wenn bei Google vor allem Aktualität für die Platzierung in den Trefferlisten relevant ist? Oder ob dieses Verschwörungstheorie des österreichischen Professors eher in den Bereich Science Fiction gehört? Wer mehr über seine streitbaren Thesen lesen will: Auf der Website der Grazer Uni sind unter anderem seine aktuellen Publikationen "Report on dangers and opportunities posed by large search engines, particularly Google" (PDF) und "Google – Freund oder feind" (PDF) zu finden.
Ich hatte eigentlich erwartet, dass Herr Maurer angesichts der Entwicklung mit Knol von seinen abstrusen Google-Wikipedia-Verschwörungstheorien etwas Abstand nimmt – dem scheint leider nicht so.