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Konkurrenz für iTunes und iPod - von Google, Amazon, Microsoft und Open Source
abgelegt im Archiv Technologie News von wolfgang am 11.02.06
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Über ein Konkurrenzprodukt von Google zur Musik-Download-Plattform iTunes von Apple wird ja schon länger spekuliert. Heute bestätigt die britische Wirtschaftszeitung "Financial Times" unter berufung auf hochrangige Vertreter der Plattenbosse, dass nicht nur die Suchmaschine auf diesem Gebiet etwas plant. Auch der Online-Händler Amazon soll an einem iTunes-Konkurrenten arbeiten. "Die Gespräche mit Amazon sind bereits weiter gediehen als die Pläne von Google", wird der (ungenannte) Chef einer großen Schallplattenfirma zitiert.

Einige Major Labels versuchen seit längerem, die günstigen Preise bei iTunes in die Höhe zu treiben. Aktuelle Hits sollen statt bisher 79 Cent oder 99 Cent künftig 1,49 Dollar kosten. Unternehmenschef Steve Jobs hatte sich dagegen gesperrt, und die Musikkonzerne als "gierig" beschimpft. Jetzt will man offensichtlich Amazon und Google als Gegenpool aufbauen, wobei die Unterhaltungsindustrie von Anfang an die Preise diktiert.

Auch das Gerätemonopol beim Music Player iPod soll gebrochen werden. Dazu hat jetzt Microsoft seine Hilfe angeboten. "Wir werden gemeinsam mit Hardwarepartnern neue mobile Abspielgeräte entwickeln", verkündete Bill Gates am vergangenen Freitag vor Studenten. In den nächsten Jahren werde es ein paar "echt heiße Produkte von Microsoft und seinen Partnern" geben. Sie sollen kostengünstiger und besser vernetzbar als der iPod sein sowie Bilder und Videos einfacher abspielen können.

Laut Gates beträgt der Marktanteil an Windows-kompatiblen Musik-Playern heute rund 20 Prozent - "viel zu wenig", wie der Microsoft-Gründer findet. Gemeinsam mit dem Musiksender MTV hat der Software-Weltmarktführer bereits den Musikservice "Urge" konzipiert und will ihn noch in diesem Jahr auf den Markt bringen. "Urge ist von Musikfans für Musikfans programmiert worden", lobt Gates das Angebot. Songs aus einem Bestand von rund zwei Millionen Titeln können darüber - so der Plan - einzeln gekauft oder über ein monatliches Abo bezogen werden. Anders als Apple will Microsoft mit seinem Partner MTV dabei noch zusätzliche Informationen mitliefern und zum Beispiel Künstlerbiographien oder Song-Rezensionen zu den einzelnen Tracks anbieten.

Unterdessen droht dem Quasi-Monopol von Apple auch noch Konkurrenz von der Open-Source-Front. Ein Startup aus San Francisco hat nämlich kürzlich die quelloffene Medienabspielsoftware Songbird veröffentlicht, die den Musik-Download ermöglicht. Die Entwickler hoffen, damit ein "Firefox unter den Mediaplayern" zu schaffen. Denn die Anwendung basiert auf einigen Technologien, die auch im freien Webbrowser Firefox zum Einsatz kommen.

Der Player, dessen Betaversion hier heruntergeladen werden kann, bietet den Nutzern unter anderem die Möglichkeit Musik von Websites direkt im Browser abzuspielen, ansonsten setzt Songbird vor allem auf die Verwaltung von Musik. Unterstützt werden dabei die Formate MP3, MPEG Audio, MP4 Audio, Ogg Vorbis, Speex, AAC, WMA und FLAC. Die Software ist vorerst nur für Windows-Systeme erhältlich, an Versionen für Mac OS und Linux wird allerdings gearbeitet.



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