Komjuniti: Virtuelle Dörfer im Netz

Mit dem Community-Modell "MyNeighborhood" untersucht die Agentur Komjuniti die Bildung von Social Networks in lokalen Umgebungen wie Stadtvierteln und Straßenzügen in Ballungszentren großer Städte. Als Testgebiet für die Beta-Version wurden Städte wie Hamburg, San Francisco, Seoul und Barcelona ausgewählt.

"Die Inhalte der Neighborhood-Community werden ausschließlich von den Benutzern selbst bestimmt. Jedes Community- Mitglied kann in einem persönlichen Profil seinen Freundes- und Bekanntenkreis innerhalb der eigenen Straße oder des eigenen Stadtviertels aufführen und Themen und Kommentare zu beliebigen Interessenfeldern stellen", verkündet die Agentur, die ein Spin-Off des Brand Science Institute (BSI) ist. Die Einbindung bestehender Community-Informationen aus MySpace, Linked-In oder Flickr sei ebenso möglich wie die Integration von aktuellen Ebay-Angeboten oder anderen Tauschbörsen.

"Kleinere und speziellere Online-Communities mit der Nähe zum realen Umfeld haben in den kommenden Jahren Zukunft", so Dr. Nils andres, Geschäftsführer von Komjuniti. "In verschiedenen Untersuchungen haben wir herausgefunden, dass junge Menschen in virtuellen Communities aufgrund der unfassbaren Mitgliedergröße und geografischen Distanzen häufig ein para-soziales Verhalten entwickeln, das sich zum Teil signifikant von den realen Verhaltensweisen der Personen unterscheidet."

Nach Meinung des Experten besteht gerade bei jungen Menschen ein Bedürfnis, das eigene soziale Umfeld besser kennenzulernen. "Urbane Umgebungen und individualistische Gesellschaftsstrukturen lassen heute die Erkundung des näheren sozialen Umfeldes aufgrund psychologischer Barrieren teilweise als unerreichbar erscheinen", so der Experte. Der Community-Test "MyNeighborhood" habe diese Barrieren aufgehoben. Auf spielerische Art und Weise – so die Agentur – hätten die Teilnehmer ihre eigene Nachbarschaft näher erkundet. "Teilnehmer konnten Gesichter, die man beim Einkauf oder in öffentlichen Verkehrsmitteln immer wieder trifft, endlich zuordnen und mit ihnen in Kontakt treten; andere Mitglieder haben erst von guten alten Freunden im Profil anderer Teilnehmer erfahren, dass sie Nachbarn sind", so Andres.

Doch der Test belegt auch: Das Neighborhood-Community-Modell funktioniert besser in individualistischen Gesellschaftsstrukturen und Großstädten. "Menschen aus Kulturen in dem bereits ein erheblicher Austausch, wie beispielsweise im kollektivistischen Asien oder im mediterranen Bereich Europas, stattfindet, haben in unserem Modell einen geringeren Nutzen erkannt als US-Amerikaner oder Deutsche Community-Mitglieder", verrät Dr. Andres.


Posted on Sonntag, April 22nd, 2007 at 11:09 and is filed under Web 2.0. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

One Response to “Komjuniti: Virtuelle Dörfer im Netz”

  1. sabine sagt:

    ziemlich clevere Idee

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