KinderStart stört Googles Charmeoffensive
abgelegt im Archiv Freistil am 20.03.06
Während Google-Chef Eric Schmidt zu einer Charmeoffensive angetreten ist, droht dem Suchmaschinenbetreiber neuer Ärger: Das amerikanische Online-Portal KinderStart geht juristisch gegen Google vor. Denn die ohne Vorwarnung erfolgte Entfernung aus dem Index der Suchmaschine habe Schäden in Millionenhöhe verursacht.
Nico Lumma berichtete dieser Tage in seinem Weblog über ein Mittagessen von Google-Boss Schmidt mit acht Journalisten in New York. "Google has just unveiled a new product, called Google Charm", verrät Teilnehmer Guto Harri, Nordamerika-Korrespondent des britischen Fernsehsenders BBC. Auch die FAZ gehörte zu den Eingeladenen.
Angesichts der Negativschlagzeilen der letzten Zeit - etwa um das Engagement der Suchmaschine in China, Sicherheitsproblemen mit der Netzwerksuche, Pannen in der PR bei GDrive und den Umsatzprognosen sowie gerichtliche Auseinandersetzungen um die Auslieferung von Daten an die US-Justizbehörden - ist eine solche Charme-Offensive des ansonsten notorisch geheimniskrämerischen Google-Chefs wohl auch dringend nötig. Denn sonst dürfte der Aktienkurs weiter nachgeben.
Doch nun steht neuer Ärger ins Haus: Das amerikanische Portal KinderStart klagt gegen den Suchmaschinenbetreiber, weil es im März 2005 ohne Vorwarnung aus dem Google-Index geflogen ist und seitdem 70 % seiner Besucher verloren hat. Was wiederum zu einem Umsatzrückgang von 80 Prozent führte.
Immerhin hatte die Website, die diverse Angebote zum Thema Erziehung und Kinder bereit stellt, zu ihren Glanzzeiten über 10 Millionen Pageviews pro Monat. Unter Berufung auf das Recht auf Redefreiheit in der US-Verfassung versuchen nun die Anwälte von KinderStart genaue Informationen über die Methoden zu bekommen, mit denen das Google-Pageranking ermittelt wird. Außerdem wollen sie wissen, nach welchen Kriterien ein Ausschluß aus dem Index erfolgt. Wie das Ganze ausgeht, wird sich zeigen. Aber angesichts der zunehmend kritischeren Haltung gegenüber der "Sei nicht böse"-Company kann es durchaus "berraschungen geben.
Bei seinem Essen mit den Journalisten hat Eric Schmidt immerhin ein paar positive Informationen gestreut: Pro Woche kauft Google eine andere Firma. Bei "Google Video" ist eine Zusammenarbeit mit dem Mediengiganten Time Warner in Planung. Auch der Einstieg ins E-Business steht bevor: Findet ein Nutzer bei der Suchmaschine ein Produkt, soll er es auch direkt mit ein paar Mausklicks bei Google kaufen können.
"Yes, our mission is to organize the world's information, and that means personal information too", sagte Schmidt auf Nachfrage. Dies bedeute, dass man Microsoft angreifen und auch weitere kostenlose "server-based" Tools wie Kalender oder Dateispeicherkapazitäten bereitstellen werde. Mit der "bernahme der webbasierten Textverarbeitung Writely ist auf jeden Fall schon mal ein Anfang in Richtung Office-Alternative gemacht.

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Kommentar von:
eliZZZa
(29.04.06 16:57 Uhr)
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