Killerspiele: Beckstein fordert Knast

Es wird ja immer toller. Jetzt verlangt Bayerns Innenminister Beckstein, dass "Herstellung, Vertrieb, Kauf und Nutzung menschenverachtender Computerspiele mit bis zu einem Jahr Haft bestraft werden". Nun bin ich ja auch kein Verfechter davon, dass skrupellose Geschäftemacher sich mit gewaltverherrlichendem Schrott eine goldene Nase verdienen. Aber Knast für die Spieler ist sicher nicht der richtige Weg, um das Gewaltproblem an den Schulen in den Griff zu bekommen.
Zwar ist Beckstein "großzügig" und hat heute verkündet, dass "für das gelegentliche Spielen Jugendstrafen ausreichend sind". Doch wohin soll das führen? Denunzianten, die der Polizei melden, wenn jemand ein solches verbotenes Spiel auf dem Bildschirm hat? Razzien in Kinderzimmern, um die Übeltäter auf frischer Tat zu ertappen?
"Wer in gesetzlichen Verschärfungen bei Computerspielen eine Lösung des Gewaltproblems bei Jugendlichen sieht, dokumentiert in Wahrheit seine Hilflosigkeit", argumentiert die arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz (AJS) Landesstelle NRW e.V. Es gebe bis heute keine eindeutige wissenschaftliche Untermauerung der Aussage, dass Spiele wie "Counterstrike" reale Gewalttaten auslösen. "Wer anderes behauptet, ist mangelhaft informiert oder sagt bewusst die Unwahrheit", unterstreicht die 1953 als "Aktion Jugendschutz" gegründete Organisation, zu der Wohlfahrtsverbände, Landesjugendring, pädagogische Berufsvereinigungen, Familienverbände und Kinderschutzbund zählen. Die bestehenden deutschen Regelungen zum Jugendmedienschutz seien auch im internationalen Vergleich sehr streng und ausreichend. Mehr dazu ist im Clever-Blog zu finden.
Neuer Beckstein O-Ton: http://jucast.de/index.php?id=50