Kein Aprilscherz: Museum Plagiarius in Solingen startet am Sonntag

Kein Aprilscherz: Museum Plagiarius in Solingen startet am Sonntag

Kaum zu glauben, aber wahr und auf gar keinen Fall ein aprilscherz: Am Sonntag, den 1. April 2007 eröffnet das Museum Plagiarius in Solingen endlich seine Pforten.

Gezeigt werden Produktfälschungen aus drei Jahrzehnten, die der Designer Rido Busse gesammelt hat. Mehr als 250 Nachahmungen und ihre originalen Vorbilder sind zu sehen: Von Haushaltsartikeln über Leuchten, Möbel und Kinderspielzeug bis hin zu Bremsbelägen und Instrumenten von Urologen.

Was als laienhafte Kopiererei in Hinterhof-Werkstätten begann, hat sich mittlerweile zu einer hoch professionellen Industrie mit einem weltweitem Netzwerk entwickelt. Dahinter stecken nach Angaben der Internationalen Handelskammer ICC in London wegen der lukrativen Gewinnspannen sogar Mafia und organisiertes Verbrechen.

Die Solinger Sammlung, die nach dem seit 1977 vergebenen Negativpreis Plagiarius benannt ist, will deshalb nicht nur Beispiele für Produktpiraterie zeigen, sondern auch die Hintergründe. So macht die Ausstellung deutlich, dass Südostasien (insbesondere China) zwar häufig als kostengünstige "Werkbank" zur Produktion der Nachahmungen dient, die Auftraggeber oder Importeure aber nicht selten in den westlichen Ländern sitzen. "Es ist daher wichtig, die gesamte Wertschöpfungskette zu berücksichtigen und zur Rechenschaft zu ziehen", meinen die Organisatoren.

Denn längst seien nicht nur Luxusartikel, sondern Produkte aller Branchen vom Problem der Produkt- und Markenpiraterie betroffen. Praktische Haushaltartikel und Accessoires ebenso wie Kosmetik und Medikamente, Kinderspielzeug, Leuchten, Möbel, Lebensmittel, Werkzeuge, Ersatzteile, bis hin zu hoch komplexen mechanischen und elektronischen Geräten und Maschinen.

Mal schauen, ob ich es schaffe, mir die Ausstellung am 1. April anzuschauen. Ist ja quasi gleich um die Ecke.

Hier die Adresse:

Museum Plagiarius
Bahnhofstraße 11
42651 Solingen
www.plagiarius.com

Ã-ffnungszeiten:
Di bis So von 10-17 Uhr

Eintrittspreise:
Erwachsene: 2,– Euro
Schüler und Studenten: 1,– Euro
Kinder unter 14 Jahren: freier Eintritt

Oops, beinah hätte ich es vergessen – hier noch der vom Museum verlangte Disclaimer für das Foto:
Architekten: Reinhard Angelis, Planung Architektur Gestaltung
Fotografen: ©Tomas Riehle / artur


Posted on Freitag, März 30th, 2007 at 23:13 and is filed under Freistil. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

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