Kölner Dom im Second Life: Beichten 2.0

Kölner Dom im Second Life: Beichten 2.0

Mer losse d'r Dom en Kölle – Keinesfalls. Ab Mitte August soll das Wahrzeichen der Rheinmetropole auch in der virtuellen Welt von Second Life zu sehen sein. Dombauverwaltung und Erzbistum Köln unterstützen das Projekt.

Dombaumeisterin Prof. Dr. Barbara Schock-Werner formuliert einen hohen Anspruch: "Wenn der Dom innerhalb eines virtuellen Kölns in Second Life erscheinen soll, dann muss er den Charakter, die Form und die Qualität des wirklichen Gebäudes haben. Schließlich werden Millionen Besucher aus der ganzen Welt auch diesen Dom erleben."

Doch hinter dem Projekt steckt nicht nur neuzeitlicher Baueifer im Dienste des Tourismus, sondern eine vermeintlich clevere Geschäftsidee. Um den virtuellen Dom herum werden bereits – für eine Menge Geld – "Grundstücke" angeboten, auf denen Museen oder der Kölner Hauptbahnhof im Second Life entstehen sollen. Auch Veranstaltungen sind geplant. "Zunächst im August das Fest zur eröffnung des Doms, dessen Programm noch gehütet wird wie ein Protokoll bei Hofe. Später sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Es könnte virtuelle Führungen durch den Dom geben, vielleicht auch Beichtgelegenheiten, sogar eine Direktübertragung von Messen aus dem echten Dom in die virtuelle Welt wäre technisch möglich", schreibt die Rheinische Post.

Wenn sich die Initiatoren da nicht mal täuschen. Den Unternehmen und Besucher kehren Second Life zunehmend den Rücken. Techcrunch titelt gar schon: "Die letzte Firma, die Second Life verlässt, soll bitte das Licht ausmachen". Das Weblog beruft sich auf die "Los Angeles Times", die berichtet, dass die Gebäude vieler Firmen in der virtellen Welt inzwischen leerstehen und sich kaum ein Besucher noch dorthin dorthin verirrt. Die "Millionen von Besuchern aus der ganzen Welt" gibt es vielleicht im Real Live – aber bestimmt nicht in der künstlichen Welt.

(via Off the Record)


Posted on Sonntag, Juli 15th, 2007 at 17:59 and is filed under Web 2.0. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

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