Journalismus 2.0: Es geht nicht nur um Twitter
abgelegt im Archiv Web 2.0 am 28.03.07
Ein interessantes Experiment hat da der österreichische Journalist Georg Holzer gestartet: Während er noch an den letzten Texten für die Multimedia-beilage der "Kleinen Zeitung" feilt, hat er bereits ein PDF mit den fertigen und halbfertigen Beiträgen ins Netz gestellt. Gleichzeitig fordert er die Leserinnen und Leser in seinem Blog auf, daran mitzuwirken und Kommentare zu den Texten abzugeben.
Die werden dann bei diesem "work in progress" von Zeit zu Zeit aktualisiert. Leider beschränken sich die Kommentare bisher auf reine Fehlerkorrekturen. Aber das ist ja auch schon etwas. Mir wäre - ehrlich gesagt - der damit verbundene Aufwand zu groß. Aber wenn dadurch tatsächlich neue Aspekte in eine Geschichte hineinkommen, würde er sich vielleicht lohnen. Ich bin einmal gespannt, wie dieser Versuch zum Journalismus 2.0 ausgeht?
Ein Thema in dem Heft ist übrigens - wie soll es anders sein - der Miniblogservice Twitter. "Twitter ist sicher mehr als die bloße Selbstdarstellung einzelner", schreibt Georg und zählt ein paar Anwendungsmöglichkeiten auf: "Auch Teams könnten billig und schnell untereinander kommunizieren, Reiseleiter könnten ihre Gruppen zum Mini-Preis stets auf dem Laufenden halten. Oder wie wäre es für Einladungen oder Ankündigungen in der Schule oder im Verein?Auch das ließe sich kostenlos mit Twitter machen."
Die "Kleine Zeitung" ist nicht das einzige Medium, dass derzeit auf der Twitter-Welle surft. In der (gedruckten) Financial Times Deutschland von heute steht zu lesen: "Erste Beobachter spekulieren bereits, das Angebot könne ein Erfolg in der Größenordnung von Youtube oder Myspace werden". Das Blatt zitiert außerdem den Chef von Sun Microsystems, Jonathan Schwartz, der "Twitter Ende voriger Woche aus der Masse neuer Angebote hervorgehoben hat. Twitter sei das jüngste Beispiel einer Anwendung, die ernsthaft Chancen habe, einen Massenmarkt im Internet anzusprechen".
Spiegel online warnt dagegen heute in einem ausführlichen Beitrag vor dem "Information Overload", den der Dienst verursacht, und empfiehlt: "Ohnehin sollte man sich genau überlegen, bei welchen "Twits" man sich als "Friend" oder "Follower" einträgt. Sind die nämlich sehr aktiv, platzt das eigene Postfach schnell aus allen Nähten. Im Web-Interface mag das noch zu verschmerzen sein, hier leidet nur die Übersicht. Lässt man sich neue "Tweets" jedoch per SMS aufs Handy schicken, läuft man Gefahr, an Informationsüberflutung zu scheitern. Abhilfe schafft die Option, sich nur persönliche Nachrichten aufs Mobiltelefon senden zu lassen. So bleibt das Hintergrundrauschen außen vor."
PR-Blogger Klaus Eck stellt fest: "Auch nach zwei Wochen gehört Twitter immer noch zu den Topsuchen auf Technorati.com" und empfiehlt das umfassende "Twitter Handbuch", in dem der Webworkblogger Oliver Ueberholz auf deutsch alles Wissenswerte zu Twitter zusammengetragen hat. Diesem Tipp kann ich mich nur anschließen.

Tags: Twitter Kleine+Zeitung
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Wong
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Kommentar von:
Georg
(28.03.07 5:30 Uhr)
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Geboren wurde die Idee übrigens aus purer Zeitnot - ich musste damit in zwei Tagen fertig werden. Bin derzeit im Ausland, sobald ich das PDF bekomme, kommt es noch vor dem Erscheinen vollständig ins Netz.