IT-Abteilungen blockieren Web 2.0

"Anwender sagen, dass die IT(-Abteilungen) eine Barriere für die Aufnahme von Web 2.0 Anwendungen in Unternehmen sind" ("IT is a key barrier to corporate Web 2.0 adoption, users say").
Die Überschrift der Computerworld bringt auf den Punkt was vielfach erlebt werden kann. Immer dann, wenn es um Blogs, Wikis oder Komponenten des "social web" – also die aktuellen Lieblingstrends – geht, gibt es scheinbar mindestens zwei Fronten. Auf der einen Seite die Anwender, die sich Werkzeuge zum Steigern ihrer Produktivität wünschen, auf der anderen Seite IT-Verantwortliche, die diesen Entwicklungen reserviert bis ablehnend gegenüberstehen.
Meiner Meinung nach ist die Sache noch nicht reif eine Bewertung zu erfahren. Beide Standpunkte sind nachvollziehbar:
["(...)ich bin Sysadmin eines großen Logistikunternehmens und hatte eine Menge damit zu tun, meine IT-Kollegen klarzumachen, worin der Wert von Werkzeugen wie Blogs und Wikis liegt. Selbst wenn es um so etwas einfaches geht, wie das Sichern von Daten in eine Webseite anstelle in ein Word-dokument (...)"]
und
[Das Ã-ffnen der Schleusentore endloser Ablenkung führt offensichtlich zum Absinken der Produktivität. Web 2.0 ist nur wenig mehr als ein überbewertetes Modewort.]
Das Phänomen sollte jedenfalls als das aufgefasst werden das es ist – weniger eine technische Angelegenheit, sondern eine soziale/gesellschaftliche Entwicklung. Hierarchische Strukturen und damit der kontrollierte Einweg-Informationsfluss sind im Wanken begriffen. Hier gibt es wieder vieles zu lernen und neu zu versehen.
Eine recht umfangreiche und lesenswerte Definition von Web 2.0 findet sich im werbeblogger-Beitrag von Patrick.
Eike Elser 09-09-2007