IBM-Boss im Second Live
Sam Palmisano, Chef des Computerkonzerns IBM, hat einen Doppelgänger. Nicht aus Fleisch und Blut, sondern in der virtuellen Welt von Second Life (SL). Damit dürfte er der erste Vorstandschef eines großen Unternehmens sein, der dort als Avatar unterwegs ist. Big Blue, bereits im Videospiel-Geschäft aktiv, will Rechner, Chips und Software für die Internetwelten liefern und Kunden bei Vermarktung und Verkauf auf dem virtuellen Markt beraten. Da macht es sich natürlich gut, wenn der Boss persönlich vor Ort mit potenziellen Kunden spricht.
IBM ist allerdings längst nicht mehr der einzige Konzern, der sich von der Goldgräber-Stimmung in Second Life anstecken lässt. Auch Intel, Hewlett Packard, Sony BMG oder Adidas sind in der Parallelwelt aus Bits und Bytes vertreten. Und große PR-Agenturen wie Text 100 oder Edelmann haben bereits ihre Claims in SL abgesteckt. Auch die Nachrichtenagentur Reuters ist mit einem Korrespndentenbüro vertreten.
Edelmann hat einen Businessplan-Ideenwettbewerb gestartet, bei dem ausgewählte Gründer – ausgestattet mit einem fiktiven Startkapital von 350.000 Dollar – sechs Monate an ihrem SL-Geschäftsmodell basteln können. Auf einer virtuellen Insel unter digitalen Palmen.
Der Berliner Springer-Verlag ist da schon weiter. Er startet Anfang Dezember das Boulevardmagazin "SL News" in der Kunstwelt. Der Ableger des Internetportals Bild-T-Online soll über die Themen der SL-Welt berichten und einen Serviceteil bieten. Zur Refinanzierung dienen Anzeigen – die müssen allerdings mit echten Euros bezahlt werden.
Für die Unternehmen ist Second Life inzwischen ein wichtiger Testmarkt für den Onlinevertrieb von morgen. Firmen, die noch einsteigen wollen, finden bei Second Thoughts eine kleine Fibel mit den "Do's and Don'ts for Big Business" in dem populären Online-Spiel.
salut a tous gros bisous.
salut