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Homesourcing in Rumänien statt Offshoring in Indien

abgelegt im Archiv Software News am 15.11.05

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Sibiu in Siebenbürgen, die Kulturhauptstadt Europas 2007, entwickelt sich immer mehr zum Silicon Valley Rumäniens. Mittlerweile haben sich schon 155 Firmen aus den USA, Deutschland, Italien und Frankreich in der 200.000 Einwohner zählenden Stadt niedergelassen, auf deren Ortsschildern auch der traditionelle Name "Hermannstadt steht. Neben dieser Mehrsprachigkeit - die Mehrzahl der Jugendlichen spricht neben rumänisch und deutsch auch englisch und ungarisch - sind es vor allem die niedrigen Steuern und Lohnkosten, die als Magnet für die IT-Branche wirken. Siemens war eine der ersten deutschen Firmen im Land der "Siebenbürger Sachsen" und Continental bot im Jahr 2004 kurzerhand allen 153 Absolventen des Studienganges Informatik der Universität Sibiu einen Job an. Viele Betriebe, die vor einigen Jahren ihre IT-Services nach Bangalore in Indien verlagert haben, beginnen nun wieder umzudenken.

"Insbesondere die größeren deutschen IT-Firmen haben den Wert des siebenbürgischen Marktes inzwischen längst erkannt. Neben qualifizierten Studenten im Bereich der Informatik ist es vor allem die deutsche Denkweise, die die Unternehmen derzeit hierhin ziehen," sagt Ciprian Candea, Geschäftsführer der deutsch-rumänischen Firma Wittmann & Partner. "Homesourcing" nennt man diesen Trend in Hermannstadt selbstbewusst. Für die "Heimkehr" nach Siebenbürgen spreche vor allem die Bereitschaft der IT-Experten in Siebenbürgen, sich in die mitteleuropäische Denk- und Arbeitsweise hinein zu versetzen.

Aber auch der lokale Markt verspricht erhebliche Wachstumschancen. So rechnet Microsoft für das Jahr 2005 mit einem Wachstum des rumänischen IT-Markts um zwölf Prozent wachsen. Bis zum Jahre 2008 soll sich der Software-Umsatz verdoppeln. Transsylvanien, wie Siebenbürgen auf Rumänisch genannt wird, wird daran einen wesentlichen anteil haben. Schon heute beträgt der Anteil der Stadt Sibiu am gesamten rumänischen Software-Markt, der sich auf einen Wert von 84 Millionen Dollar beläuft, über 15 Prozent. Innerhalb des nächsten Jahres wird sich der Wert dieses Marktsegments nach Schätzungen von Microsoft auf über 100 Millionen Dollar erhöhen.

Dieser Artikel stammt aus der Feder von Creative Reporter Wolfgang Müller. Er ist freier Fachjournalist in Wuppertal und schreibt u.a. für Publikationen wie Handelsblatt, VDI-Nachrichten, profits oder Financial Times Deutschland und ist Autor mehrerer Bücher. Sein Schwerpunkt liegt in den Bereichen Telekommunikation und IT.

Permalink: Homesourcing in Rumänien statt Offshoring in Indien

Tags: Siebenbürgen  outsourcing  indien  offshoring  news  homesourcing+rumã¤nien  statt+offshori 

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