Heisetreff: Telefonbuch-Verlag kopiert Craigslist
Der Heise-Verlag in Hannover, der übrigens auch die amtlichen Telefonbücher herausgibt, hat heute mit dem "heisetreff" ein neues Kleinanzeigen-Portal gestartet. Private und gewerbliche Anwender können dabei – wie beim Vorbild Craigslist in den USA – Produkte kaufen und verkaufen sowie sich über aktuelle Veranstaltungen informieren. Die Internet-Plattform besteht aus Kleinanzeigenmarkt, Veranstaltungskalender und Diskussionsbereich (vermutlich die Fortsetzung der berühmt-berüchtigten Foren auf heise online mit anderen Mitteln).
"Die über 1000 Rubriken des Kleinanzeigenmarkts decken nahezu die gesamte Bandbreite des täglichen Lebens ab, wobei das Angebot nicht nur als Marktplatz, sondern auch als Kontaktbörse konzipiert ist. Die Spanne reicht dabei vom Kauf oder Verkauf von Immobilien und Fahrzeugen bis hin zur Suche nach einer neuen Partnerin oder einem Partner", verkündet der Verlag.
Die Nutzer haben dabei die Möglichkeit, vorzugeben, aus welcher Region sie Anzeigen sehen wollen. Das ist länderübergreifend für nahezu den gesamten deutschsprachigen Raum, aber auch auf einzelne Länder oder Regionen bezogen, möglich. Eine Region lässt sich durch die Eingabe der zentralen Postleitzahl und des gewünschten Radius definieren. So sind neben den großen Städten auch die Orte vertreten, die üblicherweise wenig Beachtung finden. Alle wichtigen Regionen in Deutschland, sterreich und der Schweiz sind dabei schon vordefiniert.
Um eine kostenlose Anzeige im "heisetreff" aufzugeben, ist nur eine gültige E-Mail-Adresse erforderlich, an die der Server eine E-Mail mit einem Freischaltlink schickt. Für die registrierten Nutzer gestaltet sich der Eingabevorgang noch komfortabler, denn bei ihnen gibt der Server die Anzeige sofort frei. In den Foren dürfen nur registrierte User diskutieren. Wer bereits über einen account bei "heise online" verfügt, kann sich ohne Registrierung direkt im "heisetreff" einloggen und sofort loslegen.
Obwohl der "heisetreff" vornehmlich auf die Beiträge seiner Nutzer setzt, sorgen einige Kooperationspartner für eine gewisse Grundfülle an (bezahlten)Einträgen. Der Veranstaltungskalender enthält Termine zu Sportveranstaltungen, die von der Online-Plattform kicker.de kommen. Der Ticketanbieter eventim.de liefert Hinweise auf Konzerte, und die Online-Communiy kulturserver trägt Veranstaltungshinweise aus den Bereichen Kunst und Kultur bei. Der Kleinanzeigenbereich startet mit einer Reihe von Einträgen von Studenten-WG.de und tiervermittlung.de.
"Seine Stärken will der heisetreff anfangs ganz bewusst nur in einigen wenigen Städten zeigen. Hannover, Rostock und Bremen gehören ebenso wie Münster, Freiburg und Köln zu den Startregionen", erklärt der Verlag. Hier seien schon seit einigen Tagen die so genannten "heisetreff-Scouts" aktiv, die unter anderem Termine in die Veranstaltungskalender eintragen.
Mario Sixtus hat übrigens die passende Kleinanzeige dazu entdeckt. Genutzt hat sie aber offensichtlich nicht sehr viel. Und Nico Lumma erklärt den Unterschied zwischen Deutschland und den USA und warum sich ein dort erfolgreiches Konzept nicht so einfach kopieren lässt.
Das US-Vorbild Craigslist gehört mittlerweile zu den Top-Ten-Websites. Der kostenlose Kleinanzeigenmarkt ist ohne jegliche Schnörkel gestaltet und frei von Werbebannern. Einzig für die Stelleninserate ist eine kleine Gebühr fällig. Lokalisiert für 200 Städte in der ganzen Welt wird die Website monatlich rund vier Milliarden Mal abgerufen und von den Benutzern mit rund vier Millionen neuen Anzeigen gefüttert.